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G5-Spezifikationen lassen Spannung steigen

20.06.2003 | 14:06 Uhr |

Wieder einmal erweist sich der Apple Store unfreiwillig als Informationsquelle und bestätigt damit die sich verdichtenden Gerüchte der letzten Wochen. Der Power Mac G5 wird bis zu 2 GHz takten und beschert einige technische Verbesserungen.

Nicht zum ersten Mal leckt der Apple Store und gibt unbeabsichtigt Informationen preis. Diesmal über die Power Mac G5 Reihe, die Steve Jobs wohl am Montag in seiner Keynote zur Eröffnung der World Wide Developer Conference (WWDC) 2003 in San Francisco erstmals der Öffentlichkeit vorstellen wird. Gestern Nacht soll für knapp eine Stunde die bisher inoffizielle Beschreibung neben dem Produktfoto des aktuellen Power Mac G4 zu sehen gewesen sein, berichten sowohl die Gerüchteseite Think Secret als auch die als seriös geltende Mac-Nachrichtenseite MacNN unabhängig voneinander. Zwischenzeitig hatte zwar auch Appleinsider einen entsprechenden Bericht gepostet, musste aber laut eigener Auskunft alle brisanten Informationen samt Screenshot wieder von ihrer Website nehmen. Weshalb von dieser Zensur nur diese und nicht die anderen Newsseiten betroffen sind, bleibt unklar.

Schnellere Prozessoren

Die Informationen, die allerdings auf den Screenshots bei MacNN   und Thinksecret zu sehen sind, übertreffen sogar die bisherigen Erwartungen. Dort ist von Prozessoren mit 1,6 GHz, 1,8 GHz und 2x2 GHz G5 Prozessoren die Rede. Das sind jeweils 200 MHz mehr als IBM noch im vergangenen Herbst auf dem Mikroprozessor Forum ankündigte, als der Power PC 970 erstmals vorgestellt wurde. Und auch die jüngsten Gerüchte um Prozessorlieferung in Fernost drehten sich jeweils um niedriger getaktete CPUs. Damit sollten die neuen Macs der PC-Konkurrenz ordentlich einheizen. Da zudem von bis zu einem GHz Prozessorbus-Takt die Rede ist, mit der sich die beiden Prozessoren der 2x2-GHz-Maschine unterhalten, ohne dabei den Umweg über den Frontside-Cache einzuschlagen, sollte das einen zusätzlichen Leistungszuwachs bescheren.

Mehr RAM und neue Slots

Außer schnelleren Prozessoren verspricht der vorab veröffentlichte Spezifikationenkatalog bis zu 8 GB DDR SDRAM. Darüber dürften sich vor allem professionelle Anwender, die vorwiegend mit Rich Content zu tun haben, freuen. Die Option zwischen einer 8x AGP Pro Grafikkarte von Nvidia oder ATI zu haben, schließt letztendlich am derzeitigen PC-Standard an, lässt aber keinen Schluss auf den Mac als Wunderwaffe zu. Weitaus spannender mutet dagegen die Ankündigung an, künftig entweder 3 PCI oder gar PCI-X-Slots vorzufinden. PCI-X ist die Erweiterung des parallelen PCI. Die von der PCI Special Interest Group ( www.pcisig.com ) im letzten Sommer veröffentlichten PCI-X 2.0 Standards sehen nicht nur 64-Bit-Steckplätze für PCI-Karten vor, sondern zusätzlich zwei neue Protokolle PCI-X 266 und PCI-X 533, die mit steigenden und fallenden Taktflanken Signale übertragen und dadurch flexibler und schneller arbeiten. Soweit bisher bekannt, sollen PCI-X-Karten abwärtskompatibel sein und auch in 32-Bit-Slots passen. Da dieser neue Erweiterungsstandard bisher noch in wenigen PCs zu finden ist, würde Apple damit wieder einmal Pionierarbeit leisten, wie schon bei der Einführung der Firewire-Schnittstelle oder dem erst letzte Woche verabschiedeten WLAN-Standard 802.11g (Airport Extreme).

USB 2.0 und SPDIF

Bemerkenswert in der Auflistung sind vor allem noch zwei neue Schnittstellen: Zum einen sollen statt wie bisher USB 1.1 künftig USB 2.0-Schnittstellen im Macintosh zu finden sein, zum anderen kündigen die Screenshots im Apple Store einen optischen, also digitalen (SPDIF) neben dem analogen Audio Ein- und Ausgang an. Zwar ist der USB-2-Standard nach wie vor der Firewire-400- und erst recht dem Firewire-800-Schnittstelle unterlegen, doch bieten immer mehr Peripheriehersteller entsprechende Geräte an, die sich am USB-2-Port natürlich wesentlich schneller als bisher betreiben lassen. Die digitale Audioschnittstelle macht bisherige Soundkarten überflüssig. Damit lässt sich der Mac - ohne jedes Brummgeräusch - an die Stereoanlage anschließen und somit verlustfrei, als digitale Musikquelle und zum Sampeln und Aufzeichnen von Musikstücken nutzen. Ein Zusatz, der vor allem professionellen Audioanwendern und Audiophilisten zugute kommt.

Über Preise und Verfügbarkeit sind bisher keine Informationen durchgesickert und auch nicht darüber, in welchem Gewandt die künftigen Power Macs unsere Schreibtische schmücken werden. Die Spannung steigt.

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