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Gabriel: ITK noch "Stromfresser" - Bitkom plädiert für Telearbeit

15.02.2008 | 12:29 Uhr |

Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) hat die Branche der Informations- und Kommunikationstechnologie aufgefordert, durch Geräte-Innovationen zu geringerem Stromverbrauch beizutragen.

Das diene nicht nur dem Klimaschutz, sondern sei auch für Kunden und Unternehmen wirtschaftlich, sagte Gabriel am Donnerstag in Berlin auf der Konferenz "Klimaschutz und Ressourceneffizienz". Leider sei eine Vereinbarung mit dem Branchenverband Bitkom über umweltfreundliche Beschaffungs-Richtlinien "auf der Zielgeraden" gescheitert. Die Unternehmen sollten hier "von Maximalpositionen" abrücken. Bitkom-Präsidiumsmitglied IBM-Chef Martin Jetter erklärte daraufhin, man wolle nur zu viel Bürokratie verhindern und setze auf eine Lösung Anfang März während der bevorstehenden Computermesse CeBIT in Hannover. Dort werde "Green-IT" von Bitkom auch in Musterbüros besonders herausgestellt. Gabriel nannte die Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT) noch einen "Stromfresser". Jetter nannte eine Reihe von Maßnahmen, die riesige Einsparungen erbringen könnten: das Ablesen aller Stromzähler elektronisch "statt Hunderttausende von Fahrten zu den Haushalten" oder Telearbeit statt täglicher Staus auf dem Weg ins Büro. Beitragen könnten auch Online- Auftritte von Hotels statt Produktion dicker Urlaubskataloge, Zeitungen auf wiederbedruckbarem Papier statt üblichem Zeitungspapier sowie Videokonferenzen statt Flugtourismus. Eine vom Umweltministerium in Auftrag gegebene Studie geht laut Gabriel davon aus, dass allein die rund 50 000 deutschen Rechenzentren im Jahr 2006 etwa 8,67 Terawattstunden Strom verbraucht hätten. Ein Unternehmen mit 1000 laufenden Prozessoren verbrauche im Jahr rund 6000 Megawattstunden Strom. Das sei ungefähr soviel wie für 200 durchschnittliche Familienhaushalte. Auch das Internet sei immer noch ein enorm wachsender Stromverbraucher. Der auf die IKT entfallende Strombedarf liege derzeit bei 8 Prozent am gesamten Stromkonsum aller Endverbraucher. Der Umweltminister forderte, sämtliche heute bereits verfügbaren und bei Vorreitern bereits eingesetzten energieeffizienten Technologien auf breiter Front anzuwenden. Dann könnten bis 2010 etwa 20 Terawattstunden beziehungsweise 13,5 Millionen Tonnen Kohlendioxid (CO2) eingespart werden. Gabriel: "Die Betreiber von Rechenzentren in Deutschland könnten auf diese Weise bis 2010 rund 2,5 Milliarden Euro an Stromkosten einsparen." (dpa)

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