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Galaxy Gear und Smartwatch 2 im Check

10.12.2013 | 14:05 Uhr |

Smartwatches werden seit langem zum Trend erklärt, scheitern in der Praxis jedoch kläglich. Die neue Generation soll das besser machen.

Die erste große Welle der S martwatches fanden wir wenig überzeugend . Konzeptionelle Schwächen verringern den ohnehin schon fragwürdigen Nutzen. Jetzt haben Sony und Samsung nachgelegt und neue, bessere Smartwatches auf den Markt gebracht. Sonys Smartwatch 2 und Galaxy Gear arbeiten eng mit dem Smartphone zusammen. Eine eigene App stellt die Verbindung zwischen Handy und Uhr her (per Bluetooth) und konfiguriert unsere Smartwatch. Dieser Test ist aus Apple-Sicht graue Theorie, denn beide Modelle arbeiten nur mit Android-Handys zusammen. Wir wollen wissen: sind Smartwatches inzwischen nützlich oder immer noch Gadget-Ballast?

Galaxy Gear und Co. - was Smartwatches fehlt

Die meisten frühen Smartwatch-Modelle scheiterten schon daran, dem Träger auf einen Blick die aktuelle Uhrzeit anzuzeigen, das Display war aus und wachte nur per Druck auf eine Taste auf. Hier gibt es jetzt Besserung. Sonys zweite Smartwatch zeigt jetzt permanent unauffällig – etwas dunkel – aber Strom sparend die Zeit, Samsungs Galaxy Gear erkennt dagegen die Bewegung des Handgelenks, wenn wir auf die Uhr schauen wollen und wirft dann die Displaybeleuchtung für einige Sekunden an. Dies funktioniert zumindest fast immer.

Grusel-Kamera

Samsung, bekannt dafür, möglichst viele Funktionen in seine Produkte zu quetschen, hat der Galaxy Gear eine eingebaute Kamera verpasst. Diese sitzt im Armband und zeichnet Fotos sowie Videos auf. Diese kann man per Bluetooth an das Smartphone senden oder auch auf der Uhr betrachten.

Die Kamera in der Galaxy Gear wirkt ähnlich abschreckend wie Googles Datebrille Glass.
Vergrößern Die Kamera in der Galaxy Gear wirkt ähnlich abschreckend wie Googles Datebrille Glass.

Wenn dies jemandem auffällt, zeigt sich dieser oft etwas erschrocken. Man könnte aus dem Handgelenk unbemerkt andere fotografieren oder filmen. Kamera und Display der Gear sind qualitativ in Ordnung, nötig wäre diese Funktion jedoch nicht gewesen, sie schreckt ab.

Dazu bieten die Uhren teilweise eigene, praktische Funktionen für den Alltag. Samsung und Sony haben kleine App Stores mit Anwendungen wie einem Taschenrechner oder einen Wecker, die vom Smartphone völlig unabhängig sind, schön!
Samsung hat sogar einen Schrittzähler eingebaut, der unsere Aktivität über den Tag anzeigen kann. Dies macht eine Smartwatch ein weiteres kleines Stück nützlicher. Viele der "Apps" sind jedoch unausgereift oder schlicht nutzlos. Auch hier fehlt der echte Mehrwert für den Alltag noch.

Konzeptcheck: Galaxy Gear

© 2015

Gear ist der aktuelle Star unter den Smartwatches. Samsung wollte Apples spekulierter Uhr zuvor kommen und hat dies auch geschafft. Technisch ist Gear die beste Smartwatch, die wir bisher in die Finger bekommen haben. Guter Bildschirm, ein paar clevere Funktionen. Die eingebaute Kamera für Videos und Fotos wirkt jedoch gespenstisch auf viele, die Gear zum ersten Mal sehen. Ähnlich wie bei Googles Datenbrille Glass fürchten offenbar viele, damit heimlich gefilmt zu werden.

+ Gute Hardware
+ Viele Funktionen
- Unausgereifte Apps
- Kamera wirkt abschreckend

Ansonsten leuchtet der Nutzen der Schlau-Uhren immer noch nicht so recht ein. Die Smartwatches zeigen Beachrichtigungen gleichzeitig mit dem Smartphone an. Wenn es in der Hosentasche piept oder brummt, kann die Uhr also im Idealfall zeigen, was da gerade angekommen ist. Manche Inhalte können wir auch direkt auf der Uhr lesen. Mails zum Beispiel, sofern wir den offiziellen Mailclient auf dem Smartphone nutzen. Viele Infos sehen wir aber erst dann, wenn wir doch das Smartphone aus der Tasche hervorholen. Zum Antworten müssen wir ebenfalls immer zum Handy greifen. Wo bleibt da der Sinn?

Konzeptcheck: Sony Smartwatch 2

© 2015

Sonys Uhr ist relativ günstig und der Vorgänger schon einige Zeit auf dem Markt. Android-Nutzer können hier sehr genau einstellen, worüber sie informiert werden möchten. Leider ist das Display nicht gut genug.

+ Bezahlbar (150 Euro)
+ Viele Einstellmöglichkeiten
+ Vibrationsalarm
- Nur für Android
- Groß, dick, schwer
- Mäßiges Display

Fazit:

Bestenfalls sehen wir auf einen Blick, dass es nichts Wichtiges war und das Smartphone deshalb aktuell nicht gebraucht wird, das war es im Grunde schon. Dies ist und bleibt der größte Kritikpunkt an den Uhren: sie helfen uns nicht, sie sind nur ein weiteres Gerät, dass wir aufladen und updaten müssen. Falls Apple also tatsächlich an einer eigenen Smartwatch arbeitet, wie immer wieder behauptet wird, müsste sich das Unternehmen einige wirklich gute Ideen einfallen lassen, die überhaupt für eine Existenzberechtigung der Smartwatches sorgen.

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