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Gateway parodiert Pixar und Apple

27.08.2002 | 10:34 Uhr |

Mit einer aggressiven Werbekampagne will der Krisen geschüttelte PC-Hersteller seine Profile-4-Systeme gegen den TFT-iMac positionieren.

München/Macwelt - Der US-Computerhändler Gateway steckt in den roten Zahlen. In den letzten Jahren hat das Unternehmen deutliche Marktanteile besonders an den Konkurrenten Dell verloren. Wem das Wasser bis zum Hals steht, versucht mit allen Mitteln oben zu bleiben. So wird man die aktuelle Kampagne Gateways für seinen All-in-one-PC mit 15 Zoll- bzw. 17 Zoll -LC-Display Profile 4 PC wohl verstehen müssen: Unverhohlen zielt sie auf den kommerziellen wie mentalen Erfolg des neuen TFT-iMac von Apple. Ein Fernsehspot von Gateway beispielsweise lässt den Profile 4 PC über drei iMacs hin und her hüpfen, eine Anspielung auf den Werbefilm von Pixar, in dem der damals brandneue TFT-iMac fröhlich über die Leinwand springt. Eine hüpfende Schreibtischlampe ist noch immer der berühmteste Kurzfilm von Pixar, dessen Chef ebenfalls Steve Jobs ist. Die Gateway-Spots enden mit der Frage, ob man schon erwähnt habe, dass ein Profile 4 PC weniger kostet als der iMac. In ähnlicher Manier streckt ein Profile 4 PC den Teller seines CD-Laufwerks wie eine Zunge heraus - auch dies hatte der TFT-iMac im Frühjahr vorgemacht.

Auf seiner Webseite stellt der PC-Produzent die beiden unterschiedlich ausgestatteten Profile 4 PCs vor und fordert zum Download einer PDF-Datei auf, in der ein von Ziff Davis Media's eTesting Labs durchgeführter Vergleich zwischen dem Gateway-PC und dem TFT -iMac beweisen soll, dass ersterer dem Apple-Produkt deutlich überlegen ist. So tritt in einem Fall der iMac mit 800 MHz und 256 MB RAM gegen einen Profile 4 XL mit einem 2,66 GHz Pentium-4-Prozessor und 512 MB Arbeitsspeicher an. Vor allem beim Aufstarten, in der 3D-Performance von First-Person-Shootern und beim Java-Script-basierten Surfen im Internet hat demnach der PC mit Windows XP die Nase klar vorn. Auf dem iMac war nicht die aktuelle Systemsoftware Mac-OS X 10.2 installiert. Die Studie hatte Gateway selbst in Auftrag gegeben.

Auch in der Ausstattung sind die All-in-one-Computer von Gateway und Apple nur vage vergleichbar. Das kleinere Modell von Gateway kommt mit einem 1,7 GHz Celeron-Prozessor, 15 Zoll LC-Display, 128 MB RAM sowie einem einfachen CD-ROM-Laufwerk ohne Brenn-Möglichkeit für 999 US-Dollar. Die XL-Ausgabe des Profile 4 PCs kostet als Spitzenmodell der Serie 1999 US-Dollar und enthält ein 17 Zoll-LCD, einen 2,66 GHz Pentium 4-Prozessor, eine Festplatte mit 120 Gigabyte sowie 512 MB RAM. Als Laufwerk ist ein Combo-Drive CD-RW/DVD verbaut, der PC verfügt über die schnelle Schnittstelle USB 2.0. Ein Superdrive mit der Möglichkeit, auch DVDs zu brennen, besitzt im Unterschied zu zwei TFT iMac-Modellen keiner der Gateway-All-in-ones.

Ein Sprecher von Gateway bestätigt laut einem Bericht von News.com, dass die aktuelle Kampagne auf dem Erfolg des iMac aufsetzt: Zwar sei der reale Marktanteil für den iMac relativ klein. Aber er sei im Bewusstsein vieler Menschen. Indem Gateway aus dieser Tatsache Kapital schlage, könne man Apple in dieser Hinsicht übertrumpfen. Analysten bezweifeln indessen, ob das Konzept Erfolg haben werde. Zumal die Jobs-Company dem Anti-iMac-Feldzug kaum in Ruhe zuschauen wird. Der Apple-Chef persönlich dürfte sich heraus gefordert fühlen, auf die Kampagne mit allen Mitteln zu reagieren. tha

Info: Artikel bei News.com

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