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Gebrauchsüberlassung beim iPhone: Das müssen Sie beachten

03.12.2015 | 13:13 Uhr |

Bei augenscheinlich besonders günstigen Tarife lohnt es sich immer, auch das Kleingedruckte zu lesen.

Momentan wirbt der Mobilfunkprovider Yourfone mit einem besonders günstigen Tarif, auch ein iPhone 6 mit 16 GB Speicherplatz soll im Angebot enthalten sein. Nach Angaben des Providers zahlt der Kunde einen einmaligen Anschlusspreis von rund 30 Euro und danach jeden Monat zwei Jahre lang 30 Euro für die Telefon- und SMS-Flatrate sowie für die LTE-Verbindung, 500 MB High-Speed-Volumen sind dabei inkludiert.

Vergleicht man das Angebot mit denen der Konkurrenz, scheint es zunächst äußerst attraktiv: Vodafone will für sein L-Paket mit einer vergleichbaren Datenmenge und dem gleichen iPhone-Modell 50 Euro monatlich und rund 230 Euro einmalige Anzahlung für das Gerät. Die Deutsche Telekom verlangt in solchem Fall für den Tarif Magenta Mobil S 36 Euro monatlich und rund 400 einmalig. Selbst die etwas billigere Konkurrenz von Base (Blue All-In S) will in diesem Fall eine einmalige Anzahlung von 19 Euro und 47 Euro monatlich. Rechnet man die Raten auf zwei Jahre hoch, sind die Unterschiede erheblich: Bei Yourfone zahlt der Kunde 750 Euro, bei Base 1147 Euro.

Der Haken versteckt sich aber wie so immer im Detail: Denn der günstige Tarif von Yourfone bedeutet noch nicht, dass man das iPhone nach dem Vertragsende auch behalten darf. Denn bei " Yourfone LTE XS Special + iPhone 6 " müsste man eigentlich das Wort "iPhone 6" ausstreichen – der Kunde bekommt das Gerät nur zur Gebrauchsüberlassung, sprich, er muss das iPhone nach Vertragsende wieder abgeben. Wer das Gerät behalten will, muss bei Yourfone zu einer zweiten Option greifen. Der Anbieter erlaubt darin, das iPhone nach dem Vertragsende zu behalten. Allerdings ist dabei eine etwas höhere Zuzahlung fällig – rund 170 Euro. Rechnet man dies auf die Gesamtlaufzeit hoch, sind das aber immer noch fast 250 Euro weniger als bei der Konkurrenz von Base.

Kommentar der Verbraucherzentrale Bayern zu den rechtlichen Aspekten einer Gebrauchsüberlassung:

Rein rechtlich gesehen ist die Vermietung eines Smartphones nicht zu beanstanden, wenn der Vertragspartner die Konditionen für die Gebrauchsüberlassung klar und verständlich regelt. Es muss bereits im Rahmen der Vertragsverhandlungen deutlich werden, dass das Smartphone im Eigentum des Verkäufers bleibt und während der Vertragslaufzeit nur zum Gebrauch überlassen wird. Der Hinweis auf die Miete darf nicht nur versteckt in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen erfolgen. Dem Verbraucher muss von Anfang an klar werden, dass er kein Eigentum an der Hardware erwirbt und diese daher auch nicht weiterverkaufen darf.

Zudem muss dem Verbraucher klar vermittelt werden, welche Pflichten die Gebrauchsüberlassung mit sich bringt. So ist man bei einem Mietvertrag verpflichtet, die Mietsache während des Gebrauchs sorgfältig zu behandeln. Der Verbraucher muss dabei gegebenenfalls eine ganz andere Sorgfalt walten lassen, als wenn er das Telefon gekauft hätte. Yourfone verlangt zum Beispiel, dass der Verbraucher geeignete Vorkehrungen trifft, die ein Zerkratzen oder eine Beschädigung des Displays der Hardware verhindern.

Der Verbraucher sollte zudem auf weitere Einschränkungen achten, die möglicherweise in den Geschäftsbedingungen des Anbieters geregelt sind. Laut den AGB von Yourfone darf das Gerät beispielsweise nicht an Dritte zum Gebrauch überlassen oder gar verliehen werden. Ein Blick in die Geschäftsbedingungen und eine Nachfrage beim Verkäufer sind insoweit unerlässlich.

Wichtig ist, dass der Verbraucher verschiedene Angebote einholt und alle Vor- und Nachteile für sich abwägt. Die Frage, ob man besser ein aktuelles Smartphone mietet oder lieber einen Vertrag schließt, bei dem man das Gerät käuflich erwerben kann, muss letztlich jeder Verbraucher für sich selbst klären.

Info: https://www.verbraucherzentrale-bayern.de

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