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Gefährliche Sicherheitslücke Windows XP geschlossen

21.12.2001 | 00:00 Uhr |

Microsoft hat eine gefährliche Lücke in Windows XP geschlossen, die das neue Computer-Betriebssystem anfällig gegen Attacken aus dem Internet gemacht hatte. Der Fehler ermöglicht es Hackern, direkt an das Internet angeschlossene Computer zu manipulieren. Dabei könnten Daten ausgespäht, geändert oder gelöscht werden. Außerdem könnte ein Hacker sogar die vollständige Kontrolle über den Windows-XP-Rechner übernehmen und den rechtmäßigen Benutzer aussperren.

Sicherheitsexperte Marc Maiffret, der bei der Firma eEye Digital Security das Sicherheitsloch in Windows Xp entdeckt hatte, sprach von der «gravierendsten Verwundbarkeit, die jemals in einer Microsoft- Software entdeckt wurde». eEye habe den Fehler bereits am 26. Oktober an Microsoft gemeldet, einen Tag nachdem das neue System in die Läden kam, sagte der 21 Jahre alte Computerexperte.

Der Softwaregigant forderte am Freitag seine Kunden auf, ein entsprechendes Reparaturprogramm («Security Patch») zu installieren, das Microsoft über das Internet anbietet. Das Programm ist im Netz unter http://www.microsoft.com/Downloads/Release.asp?ReleaseID=34951 verfügbar. Fachleute gehen nun davon aus, dass der Absatz von Windows XP sich verlangsamen könnte. Windows XP war von Microsoft als das sicherste Windows-System aller Zeiten beworben worden. Ein Microsoft-Sprecher betonte, die Sicherheitslücke in Windows XP sei bislang noch von keinem Hacker für einen Angriff verwendet worden. «Die Verwundbarkeit wird aber ausgenutzt werden. Die Frage ist nur, in welchem Ausmaß, wann und von wem.» Die Schwachstelle liegt in einem Windows-internen Programm mit dem Namen «Universal Plug an Play», mit dem an den PC angeschlossene Geräte wie Scanner, Kameras oder Joysticks über Netze hinweg angesprochen werden können.

Branchenexperten gehen davon aus, dass der Fehler in Windows XP den Ruf von Microsoft in Sachen Sicherheit nachhaltig beschädigen wird und insbesondere Geschäftskunden des Softwarekonzerns von einem baldigen Umstieg auf Windows XP abhalten könnte. «Diese Geschichte wird den Übergang zu Windows XP verlangsamen», sagte Scott Culp, Vizepräsident der Sicherheitsfirma Predictive Systems. «Die Firmen, die einen Umstieg verschieben, hatten wahrscheinlich ohnehin geplant, eine Zeit lang zu warten, bis größere Fehler in dem neuen System beseitigt wurden.»

Der Aktienkurs von Microsoft fiel nach dem Bekanntwerden des Fehlers am Donnerstagabend (Ortszeit) um knapp vier Prozent. Im Jahr 2001 legte das Wertpapier allerdings insgesamt um 54 Prozent zu und liegt damit an der Spitze des Aktienindex Dow Jones Industrial Average 30.

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