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Gefahr durch Stromausfälle wächst

22.02.2006 | 11:13 Uhr |

Der Versicherungskonzern Allianz warnt vor einer weltweit wachsenden Gefahr durch Stromausfälle. "Wir müssen damit rechnen, dass Stromausfälle in den nächsten Jahren weltweit häufiger werden, länger andauern und sich regional weiter ausdehnen", sagte Lutz Cleemann vom Allianz Zentrum für Technik (AZT) am Dienstag in München. Das AZT hat eine Studie zum Stand der Technik sowie zu Trends und Entwicklungen erstellt, deren Ergebnisse in dem Report "Risiken der Stromversorgung" zusammengestellt sind. Darin wurden auch Auswirkungen auf die Versicherungswirtschaft untersucht.

Von Stromausfällen in den USA und in Europa seien zwischen 2003 und 2005 insgesamt mehr als 115 Millionen Menschen betroffen gewesen, erklärte Cleemann. Als jüngstes Beispiel verwies er auf den bisher bundesweit beispiellosen Stromausfall im Münsterland im vergangenen November. Dadurch mussten zeitweise 250.000 Menschen ohne Strom und Heizung auskommen. Solche lang andauernden Stromausfälle könnten gravierende Folgen für Unternehmen, Landwirtschaft, Bevölkerung, Verkehrsinfrastruktur und Gesundheitsversorgung haben.

Überalterte Kraftwerke und Netze

Ursachen für die wachsenden Risiken seien einerseits ein steigender Strombedarf, der die oft überalterten Kraftwerke und Netze belaste, hieß es. Zugleich steige die Komplexität der Netze durch Erweiterungen. "Der Kostendruck durch Deregulierung und neue Rahmenbedingungen hat Auswirkungen auf die Wartungsstrategien." Hinzu kämen zunehmende Wetterextreme wie starke Niederschläge oder Stürme bei gleichzeitig zunehmender Abhängigkeit von verletzbaren Informations- und Kommunikationssystemen

Nur durch Gegenmaßnahmen könne die Stromversorgung auf dem heutigen Niveau gehalten werden, erklärten die Allianz-Experten. "Der Investitionsbedarf im Bereich Kraftwerke und Netze hat allein in Deutschland ein Volumen von rund 80 Milliarden Euro bis zum Jahr 2030", erklärte Reinhard Schwarz, der im Vorstand der Allianz Versicherungs-AG für das Industriegeschäft zuständig ist. Auch die Politik müsse die Rahmenbedingungen und Deregulierung überprüfen und einen auf Sicherheit ausgerichteten Energiemix fördern. (dpa)

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