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Geheimniskrämerei schadet Apple

25.06.2004 | 15:15 Uhr |

In einer Kolumne, versucht Computerworld USA Apples schlechten Stand bei CIOs und IT-Publikationen zu erklären.

"Vor dreieinhalb Jahren habe ich geschrieben, dass es keinen Grund gäbe, warum IT-Verantwortliche den Mac bei ihrer Investitionsplanung berücksichtigen sollten, schließlich berücksichtigt Apple ihre Interessen ja auch nicht. Heute sieht es ganz anders aus: Apple ist nicht nur eine vernünftige Alternative für die IT-Ausstattung von Unternehmen. Es ist oft sogar die beste Wahl hinsichtlich Kosteneffizienz und Leistung. Man hört nur nichts darüber, weil viele Analysten und Journalisten aus dem Enterprise-Bereich Apple schon vor Jahren abgeschrieben haben." So startet Mark Hall, Computerworld , seinen Beitrag, in dem er den Ursachen für diese Apple-Verweigerung auf die Spur zu kommen versucht. Und findet die Ursache schließlich bei Apple selbst.

Denn ganz im Gegensatz zu den Anwendern aus dem Consumerbereich, die sich bereitwillig von Apples neuesten Produkten überraschen lassen, müssen IT-Verantwortliche ihre Entscheidungen beim Kauf von neuer Hard- und Software langfristig auslegen und begründen. Ein wichtiges Hilfsmittel dazu sind Strategiepapiere und Analysen von Branchenspezialisten, die zu Firmen wie Hewlett-Packard, IBM, Microsoft oder Sun Microsystems in rauen Mengen zu finden sind. Mit der Zahl der firmeneigenen Veröffentlichungen, Produktfahrplänen und Timelines - selbst wenn diese nur auf brancheninternen Veranstaltungen veröffentlicht würden und von Zeit zu Zeit korrigiert würden, wachse auch die Zahl der Presseberichte, Kommentare und Analysen dritter. Wenn eine Firma jedoch solche Geheimniskrämerei wie Apple betreibe, brauche sie - so Hall - sich auch nicht zu wundern, wenn sie für IT-Manager und Entscheidungsträger in Unternehmen unsichtbar bleibe.

Besonders bitter sei das im Moment, da Apple nach Ansicht Halls (und vieler anderer, Anm. d. Red.) mit dem Xserve einen wirklich leistungsfähigen und einfach zu administrierenden Unix-Server auf dem Markt habe. Zusammen mit einer Lizenzpolitik, die keine Gebühren für Clients verlangt, könnte der Xserve die Alternative mit der höchsten Leistung und den niedrigsten Wartungskosten sein. Seit der Ankündigung des Xserves vor zwei Jahren habe Apple jedoch kaum Informationen veröffentlicht, so dass weder klar geworden wäre, wohin Apple selbst mit dem Xserve wolle, noch was an künftigen Entwicklungen zu erwarten sei. Und so schließt Hall: "Sicherlich hat die Ignoranz der IT-fokussierten Medien Apples Standing bei CIOs geschadet. Aber Apples Geheimniskrämerei hat es weit mehr untergraben."

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