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Gema möchte Podcastern ans Portemonnaie

26.05.2006 | 11:14 Uhr |

Im Rahmen des 18. Kölner Medienforums.NRW hat die Gema erste Überlegungen vorgestellt, wie ein Tarif-Modell für private Podcasts aussehen könnte.

Gema -Sprecher Urban Pappi erläuterte auf dem Podcastday2006 im Rahmen des Medienforums erstmals das geplante Gebührenmodell für private Podcasts. Danach soll ein Podcaster, der Gema-pflichtige Musik als Einblendung nutzt, für eine wöchentliche Sendung fünf Euro im Monat zahlen. Wer einen kompletten Song in einer Wochen-Sendung verwenden will, soll zehn Euro zahlen. Ein Song pro Tag kostet nach den Plänen dreißig Euro monatlich.

Allerdings sagte Pappi nichts dazu, wie lange die Podcasts online sein dürfen oder wie die Einnahmen konkret verwendet werden. Im Sommer soll der Tarif laut Pappi endgültig vorgestellt werden.

Gebührenpläne stoßen auf Kritik

Die Zuhörer nahmen die Gebühren-Pläne der Gema kritisch auf. Besonders die Möglichkeit, dass die Einnahmen nicht direkt den Künstler zufließen, sondern in einen großen Topf wandern könnten, sorgte für Kritik. Thomas Stein, Vorstandsvorsitzender der Jack White Music Productions, sagte: „Ich habe Verständnis dafür, dass ein 18-Jähriger keine Lust hat, Herrn Siegels Rente zu bezahlen.”

Gleichzeitig kündigte RTL-Nachrichtenchef Peter Kloeppel an, dass angesichts der sinkenden TV-Nutzung RTL mehr Videocasts und Podcasts anbieten werde. Jorg Sadrozinski, Chef vom Online-Angebot tagesschau.de, erklärte, dass der Tagesschau-Videocast öfter von iTunes heruntergeladen werde als von den ARD-Webseiten. Google und andere Suchmaschinen bezeichnete er als „wirkliche Medien-Gatekeeper, die uns wegfegen, wenn wir nicht aufpassen“.

Zum Podcastday2006 in Köln kamen insgesamt 400 Besucher, die Beiträge von mehr als vierzig Experten erleben konnten. Mitorganisiert hatte die Veranstaltung der Podcastverband , der zur Verbreitung von Podcasting beitragen möchte.

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