2163944

iPhone-Jailbreaker Geohot bastelt selbstfahrendes Auto

17.12.2015 | 16:40 Uhr |

Zu einer Internet-Legende wurde der Mann mit 17, als er als erster das iPhone geknackt hatte und den Jailbreak für alle präsentierte.

Weitere Schlagzeilen - nach dem iPhone-Jailbreak - folgten drei Jahre später, als Geohot das nächste System überwand – Sonys Playstation – und die Software im Internet veröffentlichte. Sony und Hotz, das ist der amtliche Name des Hackers, haben sich außergerichtlich geeinigt, dass Geohot ab nun die Finger von der Playstation lässt. Danach folgten mehrere Praktika-Versuche bei Google , Facebook und Co., ein gestartetes und abgebrochenes Uni-Studium. Nun zeigt Geohot das nächste große Projekt – das selbstfahrende Auto.

In einem großen Leitartikel auf Bloomberg erzählt George Hotz dem Reporter Ashlee Vance von seinen Entdeckungen in Sachen künstliche Intelligenz und selbstfahrende Autos und nimmt das Bloomberg-Team mit auf die Reise. Beim ersten Versuch fährt sein neuer Acura wie ein Halbwüchsiger mit einem frisch ausgestellten Führerschein – unsicher, sprunghaft. Zwei Wochen später stand die zweite Fahrt an, das Auto konnte perfekt in der Spur bleiben, von Unsicherheit keine Spur. Hozt sagte, er war mehrere Stunden mit dem Auto unterwegs und lies nur Daten aufnehmen von seiner Fahrtweise, von der Gegend, etc. Zurück zu Hause wertete der Entwickler sämtliche Daten aus und speiste sie wieder in das Selbstfahr-System im Auto . Anfang Dezember waren der Bloomberg-Reporter und Hotz zum dritten Mal rund um San Francisco unterwegs. Bis dahin hatte er außer Steuerung noch Schaltung und Bremse automatisiert.

Hotzs Erfindung steckt in der Software. Sämtliche Hardware-Teile haben ihn rund 50.000 US-Dollar gekostet, davon gingen 30.000 für das neue Auto drauf. Der Rest für die GPS-Module im Handschuh-Fach, Kameras im und an dem Auto, diverse Sensoren. Zwei Kameras sind an den Seitenspiegeln befestigt, eine Panorama-Kamera ist auf dem Dach, zwei sind für die blinden Flecken an den Seiten gedacht und eine ist hinten befestigt.

Doch das Herzstück des Experiments ist wie gesagt die Software. Hotz behauptet, im Haupt-Computer arbeitet ein Programm, das rund 2.000 Zeilen hat. Herkömmliche Autopiloten hätten im Vergleich Code-Zeilen im sechsstelligen Bereich. Laut dem Entwickler werden die Benimm-Regeln für das Auto nicht hart in den Code geschrieben, sondern das Auto sammelt zunächst Daten, wie sich der Fahrer in bestimmten Situationen verhält. Ist die gesammelte Datenbank groß genug, entscheidet die Software selbst, welche Fahrweise wann passend ist. George Hotz startet damit eine eigene Firma – comma.ai . Das Ziel ist, Aufrüstkits mit Sensoren, Kameras und Software für weniger als 1.000 US-Dollar an die Endnutzer zu verkaufen.

Nach Aussage von Hotz läuft eine Wette mit Elon Musk, dem CEO von Tesla. Hotz will spätestens in fünf Monaten ein Auto vorzeigen, das einen besseren Autopiloten hat als Tesla selber. In einer offiziellen Stellungsnahme hat Tesla die Aussagen etwas wage dementiert: "Wir glauben nicht, dass eine einzelne Person ein marktreifes Autopilot-System auf die Beine stellen kann, das in moderne Fahrzeuge implementiert werden kann." Was aber nicht heißt, dass Georg Hotz in fünf Monaten das Gegenteil beweisen kann.

0 Kommentare zu diesem Artikel
2163944