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Gerüchteküche um Apple-Produkte

18.07.2000 | 00:00 Uhr |

Ein neues G4-Modell? 18-Zoll-Cinema-Display? 17-Zoll-iMac? Oder gar einen würfelförmigen Mac mit dem Namen "Cube"? Am Mittwoch beginnt um 9 Uhr Ortszeit, also 15 Uhr unserer Zeit, mit der Keynote-Rede von Apple-Chef Steve Jobs die "Macworld Expo" in New York. Wie üblich kursieren zahlreiche Gerüchte in der weltweiten Mac-Gemeinde. Und wie üblich reagiert Apple auf Berichte über die eventuell neu erscheinenden Modelle auch mit der rechtlichen Keule.

Macosrumors musste auf Druck von Apple seinen ersten Bericht über den Apple-Cube zurückziehen. Appleinsider lässt sich noch nicht erpressen und bringt Details zu diesem dubiosen Modell. Die Internet-Seite ist seit dem heutigen Nachmittag jedoch nur noch schwer auf den Bildschirm zu holen.

Der Cube soll nach den Informationen von Appleinsider keinerlei PCI-Slots und auch keinen regulären Monitoranschluss haben. Die Verbindung zur Außenwelt sei nur über USB- und Firewire-Anschluss sowie über ein Slot-In-CD-Laufwerk möglich. Das Herz dieser Einheit soll ein G3- oder G4-Prozessor sein, so Appleinsider weiter.

Über den Einsatzzweck des Cubes sind die Informationsquellen jedoch unterschiedlicher Meinung. Der Würfel-Mac soll einerseits die Ergänzung der Produktpalette von Apple sein, die zwischen dem iMac und dem G4 eine Lücke aufweist, andererseits soll er als Set-Top-Box für Apple der erste Schritt im Internet-Appliances-Bereich darstellen, so andere Spekulationen. In den letzten Jahren hat Apple es meisterlich verstanden Informationen zu verschleiern und falsche Fährten zu legen. Auch der iMac war vor seiner Einführung 1998 den Gerüchten nach ein Cube für Set-Top-Box-Zwecke.

Neben der Diskussion um den Cube sind noch andere Spekulationen über die zukünftigen Produkte des Mac-Herstellers im Umlauf. Nachdem nur noch wenige den iMac mit 17-Zoll-Monitor erwarten, erscheint das Erfolgsmodell nun mit einer neuen Farbgebung im Gerede. Der All-in-one-Mac käme demnach im Design "Gummy". Der iMac würde demzufolge mit einer intensiveren beziehungsweise dunkleren Farbgebung in den Regalen der Händler schimmern. Ergänzend dazu ist noch ein "Gold"-Modell im Gespräch, das eine 500-MHz-Tacktfrequenz aufweisen soll.

Außerdem ist ein neues G4-Modell Gegenstand des Messevorgeplänkels. Da der Multiprozessor-Mac anscheinend noch auf sich warten lässt, rechnet man damit, dass Apple auf der Macworld einen schnelleren und mit einem Slot-Loading-DVD-Einschub versehenen G4 vorstellen wird. Manche erwarten eine eingebaute ATI Radeon-Grafikkarte. ATI hatte erst vor sieben Tagen eine nachrüstbare Radeon-Grafikkarte für den Mac angekündigt.

18-Zoll-Cinema-Display und eine neue Apple-Maus sind ebenfalls Gesprächsgegenstand in der Gerüchteküche. Bleibt abzuwarten, was Steve Jobs vorstellen wird.

Christopher Jakob

Kommentar von Andreas Borchert, Chefredakteur Macwelt Online:

"Die Mundtotmacher" - so sollte man Apple in Zukunft vielleicht am besten apostrophieren. Glauben Steve Jobs und Konsorten eigentlich, im Zeitalter des Internets jegliche Kontrolle über die Verbreitung von Apple-relevanten Inhalten halten zu können? Rechtlich jedenfalls hätte Apple keine Handhabe gegen die inkriminierten Kollegen von anderen Websites. Die nehmen - bis auf die rühmliche Ausnahme Appleinsider - die beanstandeten Berichte nur aus einem einzigen Grund zurück: weil sie die mit einem langwierigen Rechtsstreit verbundenen Kosten scheuen, denn dadurch wäre ihre Existenz bedroht. Am Ende bleiben womöglich gefügige, die Apple-Welt stets preisende Mac-affine Websites. Ist es das, was Mr. Jobs will? Ohne uns!

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