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Microsoft-CEO Ballmer unter Druck

23.07.2010 | 07:22 Uhr |

Innerhalb der nächsten sechs bis neun Monate wird ein Wechsel in Microsofts Führungsspitze erwartet, wenn es Ballmer nicht gelingt, den seit einem Jahrzehnt stagnierenden Aktienwert der Firma zu steigern und Apples Vormachtstellung erfolgreich zu gefährden.

Steve Ballmer
Vergrößern Steve Ballmer

Nach mehreren Jahren mit mittelmäßiger Leistung steigt bei Microsoft der Unmut über CEO Steve Ballmer , zitiert Electronista seine Quellen. Zwar soll der Vorstand noch zufrieden über die gesunden Finanzen von Microsoft sein, aber zeigt sich zunehmend frustriert darüber, dass Ballmer nicht gelingt, den Aktienwert von Microsoft zu erhöhen. Electronista beruft sich auf Daily Beast, wenn sie innerhalb der nächsten sechs bis neun Monate eine Meuterei und den folgenden Rausschmiss von Ballmer erwarten.

Der Druck ist hoch seitdem Apple bei der Marktkapitalisierung im Mai 2010 Microsoft überrundete, obwohl Microsoft immer noch mehr Gewinne einfährt. Microsoft hatte seine Vormachtsstellung nur kurzfristig wieder erreichen können, aber ist nach der Bekanntgabe von Apples neuerlichem Rekordquartal wieder zurückgefallen.

Seit 2001, also ungefähr ein Jahr nach der Übergabe des CEO-Postens von Bill Gates an Ballmer, kann Microsoft fast durchgehend nur stagnierende Aktienpreise aufzeigen. Der Wert einer Aktie überstieg im letzten Jahrzehnt nie die 30-US-Dollar-Marke und sank während der globalen Finanzkrise gar auf unter 20 US-Dollar ab. Microsofts Marktanteil für Desktop-Rechner ist in diesem Zeitraum leicht abgesunken, und Ausbau-Versuche wie Zune , Xbox und Microsofts Online-Dienste können nur bescheidene Erfolge aufweisen oder mussten gar als Verlustgeschäfte eingestellt werden. Microsoft plant nun einen großen Angriff auf den Tablet-Markt , aber braucht noch einen Partner, um als ernsthafter Konkurrent des iPads einsteigen zu können.

Laut Electronista lieferten gleich mehrere unabhängige Quellen das noch unbestätigte Gerücht, dass die leitenden Vorstandsmitglieder bei Microsoft keinerlei Schritte einzuleiten beabsichtigen, aber in anderen Führungsebenen jetzt Rufe nach einer völligen Umstrukturierung der Führungsspitze laut werden: Zu viele Geschäftsführer sollen trotz großen Fehlentscheidungen ihre Position behalten haben, wie zum Beispiel die Einstellung des Kin-Handys unter der Leitung von Roz Ho, die letztendlich eine ganze Reihe von erfolgreichen Direktoren, wie zum Beispiel Ende Mai Entwicklungsleiter J Allard und Xbox-Chef Robbie Bach, zum Abdanken bewegte.

Microsoft wird heute seinen neuen Quartalsbericht abliefern, aber die Aussichten sind nicht allzu rosig. Experten erwarten, dass der Gewinnvorsprung von Microsoft dank Apples Erfolg mit iPad und iPhone deutlich geschrumpft ist.

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