Gescheiterte Technik
Brillante Technikflops in Bildern
Apples Newton war seiner Zeit ebenso voraus wie Jahre später der Power Mac G4 Cube. Doch auch andere brillante Technik konnte sich nicht durchsetzen, wir zeigen in einer Galerie die schönsten Flops der vergangenen Jahrzehnte.
Pfiffig gedacht, schnell produziert, oft gut gestartet – und plötzlich von der Bildfläche verschwunden. In dieser Bilderstrecke erleben Sie Technikwunder, deren Tage von Anfang an gezählt waren.
In den letzten Jahrzehnten hat die Technikwelt oft den kometenhaften Aufstieg von Produkten und Dienstleistungen gesehen, die ihrer Zeit voraus waren. Einige von ihnen repräsentierten großartige Ideen, die nicht wirklich gut mit zeitgemäßer Technik umgesetzt wurden, andere blieben glänzende Pläne, die nicht in rentable Geschäfte umgewandelt werden konnten. Alle Produkte, die Sie hier sehen werden floppten - trotzdem beeinflussten sie die Industrie, oft bis heute. Diese Liste kann auch denjenigen als Warnung dienen, die glauben, dass eine tolle, innovative Idee ein Garant für den großen Erfolg ist.
Tauchen Sie ein in eine ganz andere Welt der Technikprodukte:
Technikflops
Gab es irgendeinen Zweifel, dass der Newton auf dieser Liste zu finden sein würde? Er ist ein Paradebeispiel für ein Stück Technik vor seiner Zeit: Der völlige kommerzielle Misserfolg ist nicht zu leugnen, aber die Nachkommen sind allgegenwärtig.Die Gründe für den Flop des Newton sind vielfältig: Er war zu groß, er war zu teuer, die Handschrifterkennungssoftware war spektakulär unzuverlässig und wurde sogar zum Gegenstand einer Reihe von Comics. Die erfolgreichen Nachahmer des Newton sind zahlreich, aber der erste war der Palm Pilot, der die clevere Idee umsetzte, mit einer vereinfachten Version des Alphabets zu arbeiten. Fast jeder PDA und jedes Smartphone führt von seiner Abstammung her direkt zurück zum Newton - einschließlich Apples iPhone, das wie die meisten seiner Konkurrenten auf die Eingabe über eine Tastatur setzt und auf die Handschrifterkennung ganz verzichtet. Interessanterweise wurde Newtons Handschrift-Erkennung letztlich im Mac OS X als „Inkwell“ übernommen. Auch hier blieb der Erfolg bisher versagt.Foto stammt von
1948 führte die Tucker Limousine eine Vielzahl technischer Innovationen in die Automobilwelt ein, einschließlich Scheibenbremsen, Sicherheitsgurte, Kraftstoffeinspritzung und ein gepolstertes Armaturenbrett. Aber es war nicht genug, um Tucker in den USA zum nächsten General Motors zu machen. Viele technische und rechtliche Probleme führten dazu, dass nur eine Handvoll Autos gebaut wurden, bevor das Unternehmen wieder vom Markt verschwand.Dieses Bild basiert auf dem Bild aus der freien Enzyklopädie und steht unter der . Der Urheber des Bildes ist Sean O'Flaherty.
Vor mehr als 30 Jahren konnten TV-Zuschauer in Columbus, Ohio, einen (teuren) Ausflug in der Zukunft des Fernsehens machen: Qube, ein neuer, interaktiver Service von Warner Cable. Als die Kabelindustrie noch in den Kinderschuhen steckte, hatte die Zuschauer mit einer QUBE-Set-Top-Box Zugriff auf 30 Kanäle (zehn mehr als die meisten der Wettbewerber), zusammen mit einer Reihe von interaktiven Funktionen, die über eine spezielle Fernbedienung aktiviert werden konnten (siehe Bild). Abonnenten konnten Pay-per-View-Filme ansehen, an Umfragen teilnehmen und die Ergebnisse fast sofort einsehen, Gebote auf Auktionen abgeben und sogar einfache Videospiele spielen.Warum also veränderte QUBE das Fernsehen nicht für immer? Es war recht einfach. Der QUBE-Service war erheblich teurer als man es den Kunden zumuten konnte. Diese Kosten wurden nie wesentlich gesenkt, auch nicht als der Service auf mehrere Städte ausgeweitet wurde. Bis 1983 hatte Warner Cable 875 Millionen Dollar Schulden, welche letztendlich zu einem umstrittenen und gescheiterten Joint Venture mit American Express führten. Warner Cable schwenkte schließlich wieder auf das herkömmliche, passive Fernsehsystem um.Foto von von qube-tv.com.
Es machte Sinn, wenn Sie darüber nachdenken: Analoge LPs wurden von der digitalen CD abgelöst, auch scheibenförmig, warum sollte also nicht auch analoge Kassetten einen digitalen Ersatz bekommen? So führte Sony das DAT-Format ein, das man lange für den Totengräber der gewöhnlichen Kassette hielt. Es bietet die einzigartige Kombination von digitaler Audio-Qualität und der bekannten, einfache Aufnahme.Aber die Dinge kamen nicht ganz wie erwartet. Während DAT schnell von Audio-Profis angenommen wurde, war es nie wirklich populär unter den gewöhnlichen Hörern, die Kassetten so liebten: DAT-Rekorder blieben teuer, CDs erfüllten die Anforderungen der meisten Menschen. Vielleicht ist das interessanteste Erbe des DAT, dass es eine der ersten Bemühungen der Musikindustrie gegen die digitale Vervielfältigung darstellte. Ein Gesetzentwurf im US-Kongress wurde von Al Gore (damals Senator) vorgeschlagen, der die Verwendung einer frühen Form von DRM anstrebte und verhindern sollte, dass DAT-Geräte urheberrechtlich geschützter Musik kopieren können. Der Druck von oben wurde beendet, als die Firma CBS, die durch Lobbyarbeit dieses Ziel maßgeblich vorantrieb, von Sony aufgekauft wurde. Das Format setzte sich nie durch.Dieses Bild basiert auf dem Bild aus der freien Enzyklopädie und steht unter der . Der Urheber des Bildes ist Yaoleilei.
Das "H" in HTTP steht für "Hyper", und das „H“ im Namen dieses Programms, das zusammen mit jedem Mac ab Ende der 80er Jahre ausgeliefert wurde, war genauso verheißungsvoll. Mit HyperCard konnte man auf einfache Weise individuelle "Karten", organisiert in "Stacks", und zusammen mit anklickbaren Buttons verbinden. Diese kann man als Prototypen von Websites betrachten. Der Unterschied war, dass HyperCard-Seiten auf dem Computer des Benutzers verblieben, es gab keine Vernetzung. Trotzdem hatte Robert Cailliau, der zusammen mit Tim Berners-Lee das World Wide Web erschuf, Erfahrung mit HyperCard und wussten wohl genau, was er damit anfangen konnte.HyperCard erlebte noch so etwas wie eine Blüte, und auch als Grundlage für eine Reihe von gängigen Multimedia-Programme und Spiele dienten es. Der französisch Autohersteller Renault verwendete HyperCard als Grundlage für sein Inventar-System. Aber als das Konzept den Sprung von einzelnen Computer in das Netzwerk schaffte, war HyperCard schnell veraltet. Bill Atkinson, der die Software entwickelte, bekannte kläglich, was hätte sein können: "Ich wuchs bei Apple in eine auf den einzelnen Computer ausgerichtete Kultur hinein. Wenn ich in einer auf Netzwerke ausgerichteten Kultur aufgewachsen wäre, wie bei Sun, hätte HyperCard der ersten Web-Browser werden können. "Foto von .
Natürlich waren Musik-CDs für die Speicherung von Musik gut - aber sie könnte auch für viel mehr verwendet werden, wie etwa für Bildungs- und Entertainmentinhalte über das TV-Gerät! Um diese Vision zur Wirklichkeit werden zu lassen, veröffentlicht Philips die CD-I-Konsole und wartete auf den Ansturm.Der kam jedoch nicht. Die CD-I konnte sich nicht gegen die bestehenden Spiel-Konsolen oder Media-Player durchsetzen, der Umsatz blieb niedrig, obwohl Philips viel Geld in Werbung und Informationskampagnen investierte. Die CD-I rutschte schließlich in den Kiosk-Markt ab, doch selbst da scheiterte sie.Dieses Bild basiert auf dem Bild aus der freien Enzyklopädie und steht unter der . Der Urheber des Bildes ist Gordon P. Hemsley.
Ab 1991 konnte man eine wunderbare neue Technologien entdecken, mit der man einfach Informationen im Internet finden konnte. Das System, an der Universität von Minnesota entwickelt, wurde als "Gopher" bezeichnet und es schien klar, dass es die Welt verändern würde.Fast zur gleichen Zeit wie http wurde das Gopher-Protokoll freigegeben - als eine andere Methode für die Organisation und Suche von Dokumenten im Internet. Eine Zeitlang war es so populär wie das Web, wie wir es heute kennen. Aber dem Gopher-Browser, der Listen von Ordnern und Dateien wie ein FTP-Browser-Fenster darstellte, fehlte das visuelle Flair des Web. Und als die Macher von der University of Minnesota, die das Protokoll erfunden hatte, an der Anpassung arbeiteten, waren die Nutzer bereits zur Konkurrenz abgewandert.Foto vom Online Library Learning Center.
Blogging und Soziale Netzwerke sind die beiden Trends, die die Internet-Landschaft im aktuellen Jahrzent am meisten definiert haben. Daher könnte man meinen, dass LiveJournal, das kurz vor dem Beginn dieses Jahrzehnts startete und Blogging sowie Soziale Netzwerke verband, einen riesigen Markt hätte finden sollen. Doch trotz der großen und leidenschaftlichen Community wurde es nie zu einem der Giganten der Web-2.0-Ära.Es ist schwer zu sagen, warum LiveJournal immer etwas am Rand des Internets schlummerte. Vielleicht eine Kombination von Management-Fehltritten und einer Nutzer-Basis, die ein wenig zu speziell blieb. Auch die Geldmacherei wird eine Rolle gespielt haben, denn ein Jahr nachdem das Management versprochen hatte, bestimmte Bereiche werbefrei zu halten, wurde dann doch auf nicht kostenfreien Accounts Werbung geschaltet.LiveJournal wurde 2005 von Six Apart gekauft, dem Unternehmen, das die MovableType-Blogging-Software entwickelt. Zwei Jahre später überlegte man es sich anders und verkaufte an ein russisches Unternehmen, SUP. "An ein russisches Unternehmen verkauft" ist in der Regel nicht der Stempel, von dem ein Unternehmer aus dem Silicon Valley träumt.
Der Hiptop ist nicht das erste Smartphone gewesen - diese Ehre geht wohl an das Palm Treo - aber er war sicherlich einer der raffiniertesten Pioniere. Es war kurze Zeit sogar sehr beliebt bei den Berühmtheiten, wie man an Paris Hilton auf dem Foto oben sieht.Es ist kein großes Geheimnis, dass innovative Produkte manchmal einfach von ihren Wettbewerbern überholt werden. Der Hiptop ist nicht mehr der Innovations-Vorreiter, der er einmal war.Foto von Hack a Day.
Wer zu Beginn dieses Jahrzehnts einen Internet-Zugang hatte, erinnert sich vielleicht an Friendster – wobei dieses Netzwerk vor allem im englischsprachigen und asiatischen Raum beliebt war.Schnell lief ihm dann Facebook den Rang ab. Aber wieso eigentlich, wo Facebook oberflächlich fast so aussieht wie Friendster? Eine Theorie ist, dass Facebook darauf angelegt ist, dass der Nutzer sich regelmäßig anmelden muss um in Kontakt mit anderen zu bleiben. Bei Friendster war das nicht so, zumindest am Anfang. So kam es, dass Facebook und andere sozialen Netzwerke die Leidenschaft in uns weckten – und nicht Friendster.Friendster ist nicht verschwunden, besonders in Asien ist es sehr beliebt und es heißt, man habe mehr Mitglieder als alle anderen Websites sozialer Netzwerke. Besonders in Europa ist Friendster vielen aber völlig unbekannt.Das Foto ist ein Screenshot des Friendster-Profils von Josh Fruhlinger, dem Autor des Artikels von unserer Schwesterpublikation IT World, auf dem diese Bilderstrecke basiert.





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