1043010

Aigner sorgt sich um Gesichtserkennungsdienste im Netz

01.12.2010 | 07:17 Uhr |

Das Bundesverbraucherschutzministerium sorgt sich um eine mögliche Verletzung von Persönlichkeitsrechten durch Gesichtserkennungsdienste im Internet

Google-Logo
Vergrößern Google-Logo

"Die Technik ist bereits so weit fortgeschritten, dass ein internetfähiges Fotohandy ausreicht, um Passanten mit ein paar Tastenklicks über den automatischen Abgleich von Internet-Datenbanken binnen weniger Sekunden zu identifizieren", sagte ein Sprecher des Ministeriums der Nachrichtenagentur dpa.

Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner (CSU) sei sich mit Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) einig, dass die Bundesregierung zum Schutz vor besonders schweren Eingriffen in das Persönlichkeitsrecht per Gesetz rote Linien ziehen müsse. Der Gesetzesentwurf zur Regulierung von Diensten wie Google Street View und Bind Streetside von Microsoft wird am Mittwoch von de Maizière in Berlin vorgestellt.

Die Bilder-Suche über Gesichtserkennungsdienste dürfe nur mit ausdrücklicher Freigabe von Bildern durch die Betroffenen für diesen Zweck zulässig sein. "Es muss möglich bleiben, auf die Straße zu gehen, ohne dass jeder über ein Foto feststellen kann, wer man ist, wo man lebt und was das Internet über einen weiß", sagte der Sprecher.

Google hat für seinen Online-Fotodienst Picasa eine Gesichtserkennung entwickelt, mit dem die Anwender beispielsweise ihre Fotos nach abgelichteten Familienmitgliedern und Freunden automatisch sortieren können. Ein Einsatz der Gesichtserkennung und Identifizierung auf Mobilfunkgeräten, etwa durch den Google-Bilderkennungsdienst "Goggles" , kommt nach den Worten von Konzern-Chef Eric Schmidt aber nicht in Frage. Das sei illegal und "gruselig", sagte Google-CEO Schmidt im August auf der IFA in Berlin.

0 Kommentare zu diesem Artikel
1043010