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Gesundheit und Mobilfunk - Neue Studie gibt noch keine Entwarnung

01.02.2006 | 11:06 Uhr |

Das hören Handynutzer gern: Ihr Mobiltelefon verursacht keinen Krebs. Das jedenfalls geht aus einer neuen britischen Studie hervor.

Mobilfunk trotz Elektrosmog-Bedenken vor neuen Erfolgen
Vergrößern Mobilfunk trotz Elektrosmog-Bedenken vor neuen Erfolgen

Die Mitarbeiter des Institute of Cancer Research sowie mehrerer Universitäten suchten nach Zusammenhängen zwischen Handynutzung und dem Auftreten von Gliomen, der häufigsten Tumorart im Kopf. Doch auch wenn das Informationszentrum Mobilfunk (IZMF) in Berlin jubelt: «Beruhigende Studienergebnisse für Handynutzer», ist es für eine Entwarnung noch zu früh.

Über einem Zeitraum von mehr als drei Jahren wurden in Großbritannien 966 Patienten mit einem Hirntumor (Gliom) sowie 1716 Kontrollpersonen nach ihrem Telefonierverhalten befragt. Die Wissenschaftler fanden nach eigenen Angaben nichts, was darauf hinweist, dass das Telefonieren mit dem Handy das Risiko erhöht, an einem Hirntumor zu erkranken. Zwar sei die so genannte Odd Ratio, das Wahrscheinlichkeitsrisiko, leicht erhöht. Es handele sich jedoch um einen minimalen Wert der statistisch gesehen keine Bedeutung hat, erklärt Frank Gollnick, Biologe und wissenschaftlicher Berater der Forschungsgemeinschaft Mobilfunk.

Auch Bernd Rainer Müller, Mobilfunkexperte des Bundes für Umwelt und Naturschutz (BUND) sieht keinen Anlass, an den kürzlich veröffentlichen Ergebnissen zu zweifeln: Es sei höchstwahrscheinlich wissenschaftlich korrekt gearbeitet worden. Der Ingenieur aus Lage (Nordrhein-Westfalen), der Gemeinden bei Fragen zu Basisstationen für den Mobilfunk berät, betrachtet allerdings den Umgang der Wissenschaftler mit der Frage nach gesundheitlichen Auswirkungen des Mobilfunks grundsätzlich skeptisch: «Die wissenschaftliche Methodik ist im Augenblick nicht trennscharf genug, um die Zusatzbelastung durch elektromagnetische Felder ausreichend zu erfassen und darzustellen.»

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