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Gewinnspiel (10.12): Die Zeitung - Neuer Takt im 21sten Jahrhundert

10.12.2011 | 00:01 Uhr |

Konnte man vor 35 Jahren zu Beginn der digitalen Revolutionen noch den Spruch hören "Nichts ist so alt wie die Zeitung von gestern" gilt im Jahr 2011 eher: "Nichts ist so alt wie die Zeitung von heute".

Zeitungsverleger haben nach wie vor massiv mit einem Monster zu kämpfen, das sie selbst kräftig nährten: Der kostenlosen Verfügbarkeit von Nachrichten. Was ein Segen ist für Länder mit restriktivem Presserecht erweist sich als Problem für Länder mit auf Urheber- und Verwertungsrechten aufbauenden Geschäftsmodellen. Jeder Internetteilnehmer ist nicht nur Rezipient, sondern kann gleichzeitig Sender sein. An staatlicher Zensur vorbei verbreiteten sich über die Netze Nachrichten im arabischen Frühling in einer Macht, die Mächtige ins Wanken und schließlich zum Sturz brachte. Wer aber heute früh eine Zeitung am Kiosk kauft, kennt dank der selben Netze die meisten Nachrichten schon. Einen "Scoop" kann heute eine gedruckte Zeitung eigentlich nicht mehr landen, denn sie verbreitet nur Nachrichten von gestern. Die sie unter Umständen sogar schon selbst an das Publikum verschenkte, die dafür nötigen Aufwendungen für Korrespondenten, Autoren, Fotografen, Redakteure, Setzer und Techniker mehr schlecht als recht durch Werbeeinnahmen gedeckt.

Die Auflösung der Frage vom 9. Dezember

Welche dieser Bands veröffentlicht nicht im iTunes Store?

Wer gestern im iTunes Store nach AC/DC, Metallica und den Red Hot Chili Peppers gesucht hat, wunderte sich über zahlreiche Treffer zu allen Suchanfragen. Es hieß also, genauer hinzuschauen: Die AC/DC-Songs sind alle von Tribute-Bands eingespielt, das Werk der Band gibt es weiterhin nur auf Schallplatte oder CD. Die Red Hot Chili Peppers haben hingegen ihre Vorbehalte gegen den Musikdownload komplett abgelegt, das neue Album "I’m with you" war in der Woche vor dem Verkaufsstart im August komplett als Stream zu hören. Metallica sind seit St. Anger auch als Download zu haben.

Zeitungsverleger suchen sich anfangs des 21sten Jahrhundert gezwungenermaßen neue Geschäftsmodelle im Netz, denn vom Papier alleine wird keiner mehr satt. Wie eine Zeitung zu Grunde gehen kann, wenn sie weder verlegerische Vision noch Internetpräsenz zu bieten hat, führt der amerikanische Journalist Tom Rachmann in seinem wunderbaren Roman "Die Unperfekten" anhand einer fiktiven, in Rom erscheinenden internationalen Tageszeitung vor. In der Realität gibt es sehr wohl Verleger, die erkannt haben, dass das Netz zwar nicht alles, aber ohne Netz alles nichts ist. Das Rad der Zeit zurückdrehen können sie auch nicht, wer über Jahrzehnte Qualitätsjournalismus zur bloßen Ware hat verkommen lassen, die man an jeder Ecke gegen Werbeeinblendungen nachgeworfen bekommt, muss sich mehr überlegen als Bezahlschranken und kostenpflichtige Apps.

Die Zeitung als solche hat als Medienmarke im 21sten Jahrhundert weiterhin eine Aufgabe, der Bedarf an Qualitätsjournalismus ist höher denn je. In der Flut der Informationen benötigt man Leuchttürme, die Richtiges von Falschem trennen, Informationen einordnen, kommentieren und erklären. Diese Leuchttürme entstehen heute nicht allein durch imposante Bürotürme in der Innenstadt oder im Gewerbegebiet an der Autobahn, diese Leuchttürme der Glaubwürdigkeit sind oft nur einzelne Personen. Je glaubwürdiger die Marke einer Zeitung, eines Verlags, eines einzelnen Journalisten ist, desto unwichtiger wird der Platz im Zeitungskiosk, die Abhängigkeit von Googles und Apples Launen irrelevant. Qualitätsjournalismus entsteht nur in Unabhängigkeit von staatlichen Behörden, Vertriebsorganisationen und Werbekunden. Das haben die digitalen Revolutionen nicht geändert - wozu auch. Die Erscheinungsweisen der gedruckten Tageszeitungen könnten sich in naher Zukunft jedoch radikal ändern, Wochenzeitungen mit längeren Lesestücken, mit mehr Hintergründen und weniger tagesaktuellen Nachrichten und Einschätzungen könnten die Qualitätszeitungen von heute ersetzen, die nur noch online publizieren. Ganz verschwinden werden gedruckte Zeitungen aber nicht.

Am heutigen Samstag haben Sie ja mehr Zeit für die Recherche oder zum Raten: Wie heißt die von Tom Rachmann in "Die Unperfekten" fantasierte Zeitung?

  1. Rome Tribune International

  2. The Daily European

  3. Sie hat keinen Namen und wird immer nur "Die Zeitung" genannt

Wenn Sie die Antwort wissen, kreuzen Sie diese in unserem heutigen Gewinnspielformular an.

Zu gewinnen gibt es heute:

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