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Gewinnspiel (12.12): Das Urheberrecht - überholt von der digitalen Revolution

12.12.2011 | 00:01 Uhr |

Das Urheberrecht ist ein Relikt aus dem analogen Zeitalter, vor allem eine Industrie, die geistige Werte schafft, sicherte und finanzierte. Nicht wenige halten es für vollkommen ungeeignet für die digitale Welt.

"Das digitale Urheberrecht steht am Abgrund", erklärt der Rechtswissenschaftler Karl-Nikolaus Pfeifer unseren Kollegen der brand eins in der Dezemberausgabe (Schwerpunkt Warenwelt - Die Sehnsucht nach dem Echten). Nicht nur könne es nicht mehr für das Auskommen von Künstlern und Autoren sorgen, sondern zeige andererseits auch seine schlechten Eigenschaften als Werkzeug für Abmahnungen: Manche Urheber von Werken mit geringer Schöpfungshöhe verdienten mittlerweile nur noch mit Abmahnungen statt mit dem Verkauf der Werke. Die EU-Kommissarin für die Digitale Agenda, Neelie Kroes , pflichtet bei: Das Urheberrecht werde nicht mehr als Mittel zur Entlohnung für kreative Leistungen gesehen, sondern nur noch als Werkzeug zum Bestrafen. Dem Bürger grause bereits bei der Erwähnung des bloßen Wortes copyright.

Die Auflösung der Frage vom 11. Dezember

Wie hieß das "Vorbild von Mac und Lisa aus dem Xerox Parc?

Die Frage gestern war einfach. Denn wie wir alle wissen, heißt Bluebell eine Blume, die nichts mit Computern zu tun hat und Crisis ein Album von Mike Oldfield, auf dem jede Menge Computer zu hören sind. Etwa zu der Zeit, als "Moonlightshadow" und "Shadow on the Wall" entstanden, "kopierte" Apple das Konzept von Xerox, den ersten Rechner mit grafischer Benutzeroberfläche Altus. Nur was es Apple im Gegensatz zu Xerox gelungen, ein marktfähiges und einfach zu bedienendes Produkt zu entwickeln, das die Welt bis heute im Atem hält - der Mac ist weder Kopie noch Klon des Altus sondern allenfalls von ihm inspiriert.

Eine neues Urheberrecht muss also her, denn geltendes, meist von Richtern entwickeltes Recht, regelt wird dem digitalen Alltag, in der das Kopieren bequem und allgegenwärtig ist, nicht mehr gerecht.

Bei der Diskussion um ein neues Urheberrecht verwechseln gerne manche Beteiligte Urheber- und Nutzungsrecht. Das ist nicht weiter schlimm, solange es sich um Privatpersonen handelt, wenn aber der CDU-Fraktionsvorsitzende und Rechtsbeauftragte Volker Kauder das Urheberrecht vom Nutzungsrecht nicht mehr zu trennen weiß, dann brennt der Baum. Was war geschehen? Im Herbst war Kauder dabei erwischt worden , auf seiner Website ohne Genehmigung des Urhebers zwei Bilder zu verwenden. Kann passieren, wenn man eine schlampige Agentur beauftragt oder dieser zu wenig Zeit zur Klärung von Rechten eingeräumt hat. Was nicht passieren darf, ist die spätere Erklärung des Abgeordneten, er habe sich mittlerweile das "Urheberrecht" an den Bildern gesichert. Das kann er nicht. Zumindest nicht nach heutiger Rechtslage. Das Urheberrecht ist unveräußerlich, der Urheber kann lediglich Nutzungsrechte gewähren oder verkaufen. Noch.

Urheberschaft wird im digitalen Zeitalter immer komplizierter. Über die Bequemlichkeit des digitalen Klons haben wir uns gestern bereits ausgelassen, betonen hier aber unmissverständlich, dass das bloße Betätigen einer Software zur digitalen Replikation noch längst keine Urheberschaft bedeutet. Das Recht auf die "private Kopie" ist ein Nutzungsrecht.

Sobald die nächste Stufe der digitalen Verarbeitung von geistigen Schöpfungen erklommen ist, wird die Sache kompliziert. Software zum Bearbeiten und Verändern digitaler Inhalte wird immer günstiger und einfacher zu bedienen, wo ist die relevante Schöpfungshöhe? Und kann man ein bestehendes Werk so weit bearbeiten, dass eine Neuschöpfung entsteht, bei der mehrere Personen das Urheberrecht halten? Wer ist zum Beispiel der Urheber von Mash-Ups? Man erinnere sich zum Beispiel an das Video, in dem ein pfiffiger Schüler einen von Gerhard Polt gesprochenen Text hinter bewegte Bilder eines Diktators mit ekliger Rotzbremse legte. Oder man erinnere sich an den herrlichen Gitarren-Dilettanten StSanders, der unter Videos von Carlos Santana, Slash oder Yngwie Malmsteen sein schlechtes Geklampfe legte, das einem die Zehennägel aufrollte und vor Lachen über so viel intelligente Dekonstruktion japsen ließ?

In Zeiten, in denen die digitale Vervielfältigung mit wenigen Klicks erreicht ist und digitale Bearbeitung mit nur wenig mehr Aufwand, verlieren Urheber und Rechteverwerter zusehends die Kontrolle über ihre Werke. Das alleine rechtfertigt nicht eine Änderung im Urheberrecht, doch muss man sich Gedanken machen, wie Urheber geistiger Werke im digitalen Zeitalter gerecht entlohnt werden können, wenn die Kontrolle über die Vermarktung eines Werkes immer mehr schwindet. Hinzu kommt die Frage, wie sich gemeinsame Urheberschaft vergüten lässt. Unter Umständen wird das Urheberrecht dereinst wirklich übertragbar, die Umwälzungen im Rechtssystem hinken der technologischen und gesellschaftlichen Entwicklung naturgemäß hinterher. Für die Vergütung der Kreativleistung sind schon seit zehn Jahren mehrere Modelle im Gespräch, erklärt Pfeifer gegenüber brand eins. So war mal an eine pauschale Vergütung gedacht, die Urheber unabhängig von ihrem Vermarktungspotential ihrer Werke bekommen sollten. Verleger fanden das gar nicht gut. Ein anderes Modell könnte sich um eine pauschale Abgabe für Internetnutzer drehen, vergleichbar mit den Rundfunkgebühren. Eine solche "Kulturflatrate" würde den Zugang zum Netz verteuern, aber unbegrenzt Texte, Musik, Bilder und Filme laden und nutzen lassen.

Womöglich arbeiten Juristen in ein Urheberrecht der Zukunft auch den Open-Source-Gedanken der Softwareentwicklung ein. Hier steht das Werk jedem zur freien Weiterverarbeitung zur Verfügung, solange er diese Weiterentwicklung auch wieder der Allgemeinheit zur Verfügung stellt. Nun ist Kunst schwerlich mit Software zu vergleichen. Wie Open-Source-Kunst jedoch aussehen kann, zeigt das Projekt " One World, One Voice " des britischen Musikers Rupert Hine aus dem 1990. Hine schickte ein Tonband mit einer einfachen Basslinie auf eine Reise um die Welt, nach und nach fügten Musiker wie Sting, Lou Reed, Suzanne Vega, Dave Stewart und viele mehr ihre Beiträge hinzu. Wie die Creative Commons Licence, in der Urheber zustimmen, jeder könne das Werk nutzen, wenn er es nicht bearbeitet und den Namen des Urhebers nennt, hilft der Gedanke des Open-Source-Urheberrechts aber nicht für die kommerzielle Verwertung und damit für das Einkommen der Urheber. Nicht wenige Verfechter vollkommen freier Nutzung von kreativen Werken plädieren daher neben der "Kulturflatrate" auch für die Rückkehr des Mäzenatentums. Vor den Zeiten des Urheberrechts kamen Künstler schon zu ihrem Auskommen - die Frage bleibt, woher diese Mäzene kommen sollen.

Wir fragen heute, woher der Begriff "Mäzen" kommt. Wer hat‘s erfunden?

  1. Die alten Griechen

  2. Die alten Römer

  3. Die alten Schweden

Wenn Sie die Antwort wissen, kreuzen Sie diese in unserem heutigen Gewinnspielformular an.

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