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Gewinnspiel (15.12): Das Telefonbuch - not too big to fail

15.12.2011 | 00:01 Uhr |

Bücherliebhaber, die ihre Bibliothek mit digitalen Ausgaben ergänzen, kommen nicht auf die Idee, ihre Regale auszuräumen, Bücher wirft man nicht weg. Mit einer Ausnahme in drei Bänden.

Es soll ja manche Großstadtkinder geben, die außer im Fernsehen noch nie eine Kuh gesehen haben und meinen, Milch und Eier kämen aus dem Supermarkt und nicht vom Bauernhof. Diese Entfremdung gab es auch schon vor den digitalen Revolutionen, es werden heute immer mehr Begriffe erklärungsbedürftig. Kinder der Jahrgänge 2000 und später wissen kaum noch etwas mit "Bandsalat" oder "Wählscheibe" anzufangen und dass man eine Vermittlung auch mit dem "Fräulein von Amt" in Verbindung kriegen kann und nicht nur mit dem Streitschlichter, sorgt für große, staunende Kinderaugen.

Die Auflösung der Frage vom 14. Dezember

Wohin geht die Reise von Voyager I?

Voyager I ist grob in die Richtung des Sterns AC+79 3888 im Sternbild Giraffe unterwegs, in 40.000 Jahren wird er ihm bis auf 1,6 Lichtjahre nahe kommen. Der M-Klassen-Stern ist gut 17,6 Lichtjahre von der Sonne entfernt und von uns aus gesehen in der Nähe des Polarsterns. Dass es intelligente Giraffen dort gibt, ist unwahrscheinlich: Der "rote Zwerg" ist wohl zu klein für ein eigenes Planetensystem. Das hat auch der weiße Zwerg Sirius nicht oder nicht mehr, zu dem Voyager 2 fliegt. Und die Beteigeuze als roter Riese hat ihre inneren Planten, so sie denn welche hatte, längst geschluckt.

Der digitalisierte Zeitgenosse merkt aber, wie alt er schon geworden ist, wenn ehedem vertraute Gegenstände nur noch im Museum zu bewundern sind - der erste Mac hat es ja auch schon in die permanente Designausstellung der Pinakothek der Moderne in München geschafft.

Keine Träne weinen wir hingegen den drei Papiermonstern nach, die da hießen "Telefonbuch München A-K", "Telefonbuch München L-Z" und "Gelbe Seiten". Und auch nicht ihren Derivaten, meist in braunes Kunstleder gebundenen Registern, die neben dem Telefon (mit Wählscheibe! Und Schnur!) lagen und deren Blätter "M" und "S" schon so voll waren, dass an eine vernünftige Neueinordnung neuer Kontakte nicht zu denken war, während das Papier von "U" und "V" über die Jahre langsam vergilbte ohne auch nur einen Namen oder Nummer aufzunehmen.

Nach wie vor werden Telefonbücher gedruckt, die meisten Schwarten dürften aber aus ihren Kisten in den Postämtern und -agenturen heraus ungeöffnet in das Papierrecycling gehen. Im Zuge der Digitalisierung - zuerst auf CD, dann im Web, jetzt als App - schwindet jedoch gewisser Spaß. Der Autor war immer wieder beeindruckt, wie viele Menschen seines Namens in der großen Stadt wohnten, der Nachname füllte ein Dutzend der dünnen, eng bedruckten Seiten, die Kombination aus Vorname und Nachname stand gute 70 Mal in dem dicken Buch. Den Schülerspaß "Rufen wir mal jemanden an!" hat die digitale Revolution ebenso auf dem Gewissen, ohne durch tausende Seiten zu blättern und den Finger per Zufall auf einen Namen und Nummer zu setzen, hat es wenig Charme, eine zufällige Nummer zu wählen - vor allem dann nicht, wenn man seine eigene nicht unterdrückt…

Die Bequemlichkeit, seine Kontakte jederzeit in per iCloud oder anderweitig synchronisierten und stets aktuellen Adressbüchern dabei haben zu können, hat Folgen. Wem die Plackerei mit dem papierhaften Telefonbüchern zu blöd wurde, hat sich lieber mal ein- bis zweihundert Telefonnummern gemerkt, die heute nur noch Siri auf Zuruf parat hat. Wir können unser Gedächtnis aber auch anderweitig trainieren, Telefonbuchschwarten brauchen wir wirklich nicht mehr.

Wir erinnern in unserer heutigen Frage an eine vierte Schwarte, das Postleitzahlenbuch. Nötig geworden bei der Umstellung auf die fünfstelligen Postleitzahlen ist das Buch wann?

  1. 1. Juli 1993

  2. 3. Oktober 1990

  3. 15. Dezember 1991

Wenn Sie die Antwort wissen, kreuzen Sie diese in unserem heutigen Gewinnspielformular an.

Zu gewinnen gibt es heute:

Das Grundlagenbuch zu Office:mac 2011 aus dem Mandl-Schwarz-Verlag: Gründlich ist die Einführung auf gut 500 Seiten in Word & Co. in der Tat, stellt unser Rezensent fest und empfiehlt : "Insgesamt dürfte darin jeder Nutzer, der mit Office arbeiten will oder muss, nicht nur eine allgemeine Einführung, sondern auch konkrete Hinweise für aktuelle Fragestellungen finden."

Die Lion-Fibel aus dem Mandl-Schwarz-Verlag: Die Fibel hilft Einsteigern in die Apple-Welt dabei, die Neuerungen von OS X Lion im Handumdrehen zu verstehen und so noch effektiver mit dem System zu arbeiten. Leser, für die Lion die erste Version von OS X ist, erhalten eine Anleitung, wie sie die ersten Schritte erfolgreich und vor allem selbstständig meistern.

Einen Tube Stick von Equinux : Der Tube Stick ist der kompakte Fernsehempfänger für den Mac im Mac-Design. Mit dem TubeStick lassen sich zudem Live TV vom Mac aufs iPhone streamen und Aufnahmen unterwegs programmieren.

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