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Gewinnspiel (4.12.): Telefon - Lasst uns mehr Öffentlichkeit wagen

04.12.2011 | 00:01 Uhr |

Gerade mal 30 Jahre ist es her, dass schnurlose Telefone mit Tastatur im Hörer eine vielbestaunte Sensation waren. Die grauen Kästen mit Wählscheiben vermissen wir aber nicht wirklich, den privaten Raum für Telefonate hingegen sehr.

Es ist gar nicht einmal so lange her, da konnte in Deutschland kaum jemand ein Telefon sein Eigen nennen. Wir sprechen hier nicht einmal über knapp über 40 Jahre real existente DDR, sondern um das Land der Wessis. Bis weit in die Achtziger Jahre hinein standen in Haushalten der Bundesrepublik schmucklose graue Geräte mit Wählscheibe, die Eigentum der Bundespost waren. Sogar noch in den Neunzigern war es üblich, den Telefonapparat von der mittlerweile privatisierten Behörde, bei der man einen Telefonanschluss beantragte oder ummeldete, zu mieten und nicht zu kaufen. Mit großen Augen staunten die Fernsehzuschauer Anfang der Achtziger über die seltsamen Telefone, mit denen J.R., Bobby, Miss Ellie und die anderen auf der Southfork-Ranch sprachen: Eine Tastatur im Hörer und eine Antenne, die man nach beendetem Gespräch lässig oder zornig wieder zurück in den Hörer schob.

Die Auflösung der Frage vom 3. Dezember

Welchen Roman schrieb Umberto Eco über das Geheimnis der Längengrade?

"Die Insel des vorigen Tages" dreht sich um die angeblich wahre Geschichte des Adligen aus dem Piemont Roberto de La Grive, der auf einer Expedition in die Südsee verschollen ging, die Forschungen über die exakte Bestimmung des Längengrads anstellen sollte. Als aufgeklärte Zeitgenossen schaudert uns beim Lesen, wie sehr die europäische Wissenschaft noch Mitte des 17ten Jahrhunderts dem Aberglauben folgte. Das Buch ist zwar schon etwas älter, aber wer sich das neue Eco-Werk "Der Friedhof in Prag" zu Weihnachten wünscht, liest das Buch aus dem Jahr 1995 bestimmt gerne wieder.

Vielleicht musste die Bundespost deswegen privatisiert werden, weil jeder ein "Dallas-Telefon" haben wollte? Wie gesagt, das ist noch gar nicht so lange her und mithin ein Zeichen, dass wir immer noch in der Umwälzung der mobilen Revolution stecken: Das Gerät, das dem Umschwung noch mehr Dynamik verlieh und alle drei Wellen der digitalen Revolution in sich vereint, wird nach den Weihnachtsferien erst fünf Jahre alt.

Apple stellt gerne Neuerungen als "revolutionär" vor, so auch am 9. Januar 2007 "einen iPod mit Touchscreen, ein revolutionäres Telefon und ein bahnbrechendes Internetgerät", wie Steve Jobs auf der Keynote zur Macworld Expo wiederholt betonte. Zweifelsohne war es Apple gut fünf Jahre zuvor schon gelungen, mit dem iPod und iTunes die Art und Weise zu ändern, in der Leute Musik hören, mit dem iPhone hat Apple den Markt für Telefone auf den Kopf gestellt. War bis dahin Nokia fast uneingeschränkter Marktführer und der Kunde der Ansicht, dass die Finnen in Sachen Bedienerfreundlichkeit das Apple der Telefonie waren, zeigte Apple, wie ein Telefon des 21sten Jahrhunderts wirklich auszusehen hat. Nokia kämpft mittlerweile gegen die Bedeutungslosigkeit im Smartphonesektor und hat sich 2011 mit Microsoft, einem anderen vermeintlichen Verlierer der mobilen Revolution zusammengetan: Vielleicht die letzte Hoffnung darauf, dass sich das Rad weiter dreht und es für den Konzern aus Nordeuropa wieder nach oben geht.

Die mobile Revolution hatte Apple nicht angestoßen, doch mit dem iPhone, das die "legendäre Benutzerfreundlichkeit" mit dem Unterhaltungsgerät iPod und dem mobilen Internet erst zusammenbrachte, neuen Schwung verliehen. Dabei bekam das Rad einen derartigen Impuls, dass Apple beinahe selbst herunterfiel, denn Apps von Drittherstellern waren zunächst nicht vorgesehen. So wie Entwickler aber von Anfang an das Potential der neuen Plattform erkannten, so begeistert waren Kunden davon, endlich einen leistungsfähigen Computer für das Netz zusammen mit einem Mobiltelefon zu bekommen.

Das iPhone trägt daher auch eine große Verantwortung an dem geänderten Gesicht des öffentlichen Raumes. Oder wann haben Sie zuletzt eine Telefonzelle gesehen und sie sogar benutzt? Das Rad lässt sich nicht zurück drehen, das ist das Wesen jeder Revolution, die hier zwei Gesichter zeigt: So wenig wir auch Telefonzellen und die elende Kramerei nach Münzen oder der schon wieder abtelefonierten Telefonkarte vermissen, so befremdlich empfinden wir manchmal den Verlust der Glastüren der einst gelben und später grauen Häuschen: Dass Hasi jetzt noch in der vollen S-Bahn steht und Schnucki auf seinem neuen iPhone anruft, nur um die übliche achtminütige Verspätung wegen hohen Verkehrsaufkommens auf der Stammstrecke durchzugeben, hätten wir lieber gar nicht erst ignorieren wollen…

Zurück in die Zeit der Bundespost, die damals einem Ministerium unterstand. Wie hieß der letzte Postminister der Bundesregierung?

  1. Christian Schwarz-Schilling

  2. Wolfgang Bötsch

  3. Hans Matthöfer

Wenn Sie die Antwort wissen, kreuzen Sie diese in unserem heutigen Gewinnspielformular an.

Zu gewinnen gibt es heute:

Drei Exemplare " Das Grundlagenbuch zu OS X Lion " aus dem Mandl-Schwarz-Verlag : Daniel Mandl hat erneut ein umfangreiches, reich bebildertes und durchgängig vierfarbiges Werk zu Apples Mac-Betriebssystem vorgelegt, das keine Fragen zu OS X Lion offen lässt.

Eine Lizenz Mail Designer von Equinux : Wo Apples HTML-Vorlagen und die Stationary-Packs von Equinux aufhören, fängt Mail Designer an und ermöglicht unkompliziert reichhaltige Gestaltung von HTML-Mails. Macwelt-Testurteil: 1,4 (sehr gut)

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