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ESA schaltet Sonden Philae und Rosetta ab

28.07.2016 | 08:38 Uhr |

Im November 2014 landete die Sonde Philae zum ersten mal auf einem Kometen. Dieses Ereignis ging als historischer Erfolg in die Geschichtsbücher ein. Jetzt stellt die Europäische Raumfahrtbehörde den Kontakt zu Philae ein und überlässt sie ihrem Schicksal - aus einem bestimmten Grund.

Wie Scinexx berichtet, hat die Europäische Raumfahrtbehörde (ESA) den Kontakt zu der Kometensonde namens Philae gezielt abgebrochen. Die Sonde befindet sich derzeit auf dem Kometen Churyumov-Gerasimenko. Da sich dieser Komet jedoch nun zu weit von der Sonne entfernt hat, entschloss sich die ESA dazu, das Kommunikationsmodul der Raumsonde Rosetta abzuschalten, über welche die Behörde bis vor kurzem noch Signale von Philae empfangen konnte. Mit zunehmender Entfernung sei die Energie für Rosetta so knapp geworden, sodass die ESA dementsprechende Maßnahmen einleiten musste. Dabei hat die kleine Sonde eine beeindruckte Geschichte hinter sich.

Am 12. November 2014 landete Philae zum ersten Mal auf einem Kometen und ging somit in die Geschichtsbücher ein. Der Erfolg währte jedoch nicht lange, als sich schnell herausstellte, dass die Sonde nach der Landung mehrfach von der Oberfläche abprallte und sich somit außerhalb der angestrebten Landezone befand.

Da sich Philae deshalb schief und im Schatten eines Kometengesteins befand, konnten die Solarsegel nicht ausreichend Energie speichern, sodass der Landesonde mit der Zeit der Strom ausging. Bevor sich die Sonde automatisch in den Stromsparmodus versetzte, konnte Philae innerhalb von drei Tagen wichtige Informationen bezüglich des Kometen an die ESA senden.

Mehrfache Versuche, die Sonde durch manuelle Befehle bewegen zu können, zeigten nicht die erhoffte Wirkung. „Obwohl Rosetta inzwischen bis auf zehn Kilometer an den Kometen herabgeflogen ist, wurde seit Juli 2015 kein Signal mehr vom Lander empfangen“, so die ESA.

Mehr als 500 Millionen Kilometer liegen zwischen Komet Churyumov-Gerasimenko und der Sonne. Auf Grund der hohen Entfernung bekommt nicht nur Philae zu wenig Licht, sondern auch die Muttersonde Rosetta, weshalb sich die ESA dazu entschloss, „alle nicht essentiellen Systeme abzuschalten - und dazu gehört das Modul, mit dem Rosetta Kontakt zu Philae halten kann.“

„Wir versuchen nun, noch so viele Beobachtungen wie möglich in der kurzen Zeit zu absolvieren, die uns bleibt, bevor uns der Strom ausgeht“, gab die ESA bekannt. Während Philae ab heute für immer in den Weiten des Weltraums auf sich allein gestellt ist, soll die Sonde Rosetta am 30. September diesen Jahres kontrolliert auf dem Kometen abstürzen und in den letzten Minuten noch letzte Informationen in Form von hochauflösenden Bildern übertragen.

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