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Giftiger Schlagabtausch wegen iPhone-Studie

23.10.2007 | 14:02 Uhr |

Eine Greenpeace-Studie zum iPhone ruft nun selbst Kritiker auf den Plan. Dazu gehört natürlich Apple, aber auch der Branchenverband BSEF greift die Umweltorganisation an.

Greenpeace hatte herausgefunden, dass im iPhone bromhaltige Flammschutzmittel und PVC verbaut sind und sieht darin einen Widerspruch zu Steve Jobs' Versprechen, sich für umweltfreundlichere Produkte einzusetzen. Ein Sprecher von Apple wies daraufhin gegenüber Macworld darauf hin, dass die im iPhone verwendeten Materialien den RoHS, den Restriction of Hazardous Substances ( Wikipedia-Link ) entsprechen. Zudem habe sich Apple freiwillig verpflichtet, bis Ende 2008 PVC und bromhaltige Materialien nicht mehr zu verwenden. Der US-Branchenverband Bromine Science and Environmental Forum BSEF holt weiter aus. Greenpeace habe unzureichende Messmethoden verwendet, so die Lobbyisten. "Es wird nur Brom nachgewiesen, aber nicht die genaue Zusammensetzung der Chemikalie. Deshalb ist der Bericht reine Spekulation. Greenpeace schlägt ohne jeden Grund Alarm." Außerdem reagiere die bromhaltige Substanz im Produktionsprozess mit anderen Materialien und könne dadurch nicht mehr in die Umwelt gelangen. Abgesehen davon gebe es zur Zeit keine Alternativen zu bromhaltigen Flammschutzmitteln. Diese seien bei elektronischen Geräten wichtig, da aus großen Mengen entflammbaren Kunststoffs bestünden. Greenpeace weist im Gegenzug den Vorwurf der unkorrekten Analyse zurück. Die Messmethoden seien allgemein anerkannt. Zudem hätten Bromverbindungen in neun von 18 im iPhone verwendeten Materialien gesteckt. Diese alle zu prüfen sei schlicht zu teuer und zu aufwendig gewesen - falls es überhaupt mit aktuellen Messmethoden möglich wäre, die genaue Zusammensetzung und Konzentration herauszufinden. Und eine Gefahr gehe von bromhaltigen Substanzen sehr wohl aus, nämlich beim Recyclen der Altgeräte und bei der Montage - wenn nämlich beispielsweise in China elektronische Geräte mit der Hand zusammengesetzt werden. In Richtung Apple ist dann noch der folgende Hinweis von Greenpeace gemeint. Die Umweltschützer räumen ein, dass die bromhaltigen Flammschutzmittel den EU-Richtlinien entsprechen. Aber die Richtlinien würden nicht alle gesundheitsschädlichen Chemikalien umfassen. Und ein Unternehmen, dass innovativ sein wolle, möge auch in Sachen Umweltverträglichkeit voran gehen.

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