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Glasfasernetz der Deutschen Telekom soll reguliert werden

15.12.2005 | 10:37 Uhr

Voraussichtlich wird es für das geplante Glasfasernetz der Deutschen Telekom keine Ausnahme von der Regulierung geben. Entsprechende Pläne der Bundesregierung wurden von der EU kritisiert.

Die Deutsche Telekom wird für ihr geplantes Glasfasernetz voraussichtlich keine Ausnahme von der Regulierung erhalten. Die Bundesnetzagentur einigte sich mit der Europäischen Kommission darauf, das Hochgeschwindigkeitsnetz teilweise zu beaufsichtigen. Damit seien alle Pläne gestorben, der Telekom ein Monopol auf das neue Glasfasernetz zu verschaffen, sagte ein Sprecher der für die Telekommunikation zuständigen EU-Kommissarin Viviane Reding der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (Donnerstag).

Union und SPD hatten in ihrer Koalitionsvereinbarung beschlossen, dass das Glasfasernetz der Telekom für eine befristete Zeit von der Regulierung ausgenommen werden soll. Die Parteien waren damit einer Forderung von Telekom-Chef Kai-Uwe Ricke gefolgt, was von der EU-Kommission kritisiert wurde. Das Unternehmen will über drei Milliarden Euro in den Bau eines Internet-Hochgeschwindigkeitsnetzes investieren, mit dem Übertragungsraten von bis zu 50facher DSL-Geschwindigkeit möglich sind.

Die Bundesnetzagentur wird nach dem Kompromiss das neue Glasfasernetz in ihre Marktanalyse mit einbeziehen, wenn dadurch herkömmliche DSL-Anschlüsse ersetzt werden. Ausgeklammert werden vorerst Produkte, die nur mit der hohen Bandbreite des Glasfasernetzes möglich sind. Die Entstehung dieses Marktes müsse erst abgewartet werden, bevor eine Regulierung stattfinden kann, sagte ein Behördensprecher am Donnerstag. Die Bundesnetzagentur hatte zuvor das komplette VDSL-Netz als eigenen Markt betrachtet.

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