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Auch Intel bei Chrome-OS mit im Boot

13.07.2009 | 13:19 Uhr |

Googles geplantes Betriebssystem Chrome-OS wird auch Intels Atom-Prozessoren unterstützen. Der Chiphersteller arbeitet laut eigener Aussage an dem Projekt mit. Software für Intels x86-Chips wird auf allen Geräten mit Atom-Prozessoren laufen, vom Netbook bis hin zum Smartphone.

Intel, der weltgrößte Chip-Hersteller, ist an der Entwicklung von Googles Betriebssystem Chrome-OS beteiligt, bestätigte am letzten Freitag Nick Jacobs, der Pressesprecher von Intel für Asien. Laut Jacobs arbeitet Intel an einer ganzen Reihe von Projekten mit Google zusammen, verlautete aber keine weiteren Einzelheiten.

Intels Unterstützung des Google-Betriebssystems kommt als Überraschung, denn der Hersteller von 80 Prozent aller Computer-Chips hat in enger Zusammenarbeit mit Microsoft eine derartig dominante PC-Marktposition, dass seit Jahrzehnten der Begriff " Wintel " (Windows und Intel) für Windows-basierte PCs mit Intels x86-Architektur verwendet wird. Auch Google hat die Beteiligung von Intel geheim gehalten: In einem Blog listete Google eine Reihe von PC- bzw. Chip-Herstellern wie HP, Acer, Lenovo oder Texas Instruments, die bereits mit Chrome-OS arbeiten, aber Intel war nicht darunter.

Sitzt Intel zwischen zwei Stühlen - Microsoft und Google?

Googles neues Betriebssystem Chrome-OS soll auf allen Geräten vom Desktop-Rechner bis hin zum Netbook eingesetzt werden, d.h. auf allen Computern, die bisher vorwiegend unter Windows liefen. Intels Zusammenarbeit gibt dem Projekt jetzt einen völlig neuen Anstrich. Vorrangig soll Chrome-OS jedoch für Netbooks konzipiert werden. Google plant ein schlankes Betriebssystem, das sich auf das Internet konzentriert. Während Intel auch ein eigenes Linux-basiertes Betriebssystem namens Moblin für alle Mobil-Geräte von Netbooks bis Handhelds entwickelt, eröffnet Chrome-OS einen weiteren, sofortigen Zugang zum Netbookmarkt.

Intels Zukunft: Atom-Prozessoren in allen mobilen Geräten

Kurzfristig will Intel den Verkauf seiner energiesparenden Atom-Mikroprozessoren in Netbooks dem Aspire One von Acer und dem Eee PC von Asus steigern. Langfristig jedoch hofft Intel, dass seine Atom-Prozessoren bald in allen mobilen Geräten, wie zum Beispiel Smartphones, eingesetzt werden. Intel bestätigte seine langfristige Strategie in Kooperations-Verträgen mit TSMC (Taiwan Semiconductor Manufacturing Company) zur Entwicklung von komplexen Chips mit integrierten Prozessorkernen.

Für den Anwender bedeutet der Einsatz von Atom-Prozessoren , dass diese Mobilgeräte nicht auf spezielle Softwareentwicklung beschränkt sind, sondern jede für x86-Chips von Intel kompilierte Software installiert werden kann. Der Vorteil liegt klar auf der Hand - für die x86-Architektur gibt es mehr Software als für jede andere Chiparchitektur. Auch ARM Holding, die Designer von RISC-Prozessoren, setzen Ihre Entwicklung bereits erfolgreich in Handsets und Smartphones ein.

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