Von Import Import - 05.01.2009, 00:00

Google Chrome schneller als Safari und Firefox

Test: Google Chrome schneller als Safari und Firefox

"Nicht noch ein Browser" denkt mancher, als Google einen eigenen Internetbrowser vorstellt. Chrome hat aber gute Chancen, sich gegen Firefox und Safari durchzusetzen.
Die Mac-Version des Browsers ist noch nicht erschienen, wir haben die Betaversion des Browsers unter Parallels und Bootcamp angesehen. Chrome nutzt für die Darstellung von Webseiten die Rendering-Engine Webkit, eine Open-Source-Software, auf der auch Safari basiert. Webkit kommt auch in dem Handy-Betriebssystem Android von Google zum Einsatz. Die Bedienoberfläche des Browsers ist unscheinbar, das ist aber von den Entwicklern so gewollt. Die Programmoberfläche mit Buttons, Eingabeleisten und Rahmen, von Entwicklern auch "Chrome" genannt, soll möglichst im Hintergrund verschwinden. Wie bei der Suchmaschine Google erleichtert eine simple Oberfläche die Internetnutzung. Unter der Oberfläche bietet der Browser aber mächtige Funktionen. So ist die Tab-Verwaltung recht ausgefeilt, es gibt eine Funktion für anonymes Surfen und Tools für Webentwickler. Der Download-Manager ist in die untere Browserleiste integriert. Das Herzstück von Chrome ist die Eingabeleiste, "Omnibox" genannt. Adressleiste und Suchfenster sind in einem einzigen Feld zusammengefasst.
Gibt man etwa "mac" ein, schlägt das Programm wie bei Safari oder Firefox in einem Ausklappfenster Seiten aus History und Bookmarks vor. Gleichzeitig bietet es eine Google-Suche an und schlägt mögliche Webadressen vor. Man kann über diese Suchleiste sogar auf eine einmal im Browser verwendete Suchmaschine einer Webseite zugreifen, etwa die Produktsuche von Amazon. Jede Seite ein Programm Eine Besonderheit von Chrome ist der interne Umgang mit einzelnen Seiten. Öffnet man mit Safari oder Firefox mehrere Seiten, kann eine davon den ganzen Browser blockieren. In Chrome sind offene Seiten eigenständige Prozesse und lassen sich über den integrierten Taskmanager wie ein Programm beenden. Lädt etwa eine Seite im Hintergrund eine zeitaufwendige Flash-Anwendung, kann man trotzdem eine andere Seiten benutzen. Dadurch steigt zwar der Ressourcenverbrauch des Browsers, man surft aber stabiler und sicherer. Statt den ganzen Browser zum Absturz bringt, schließt eine fehlerhafte Seite nur die betroffene Browser-Seite. Ideal ist dieses so genannte Multithreading auch für Webanwendungen, wie sie Google mit Google Mail, Text und Tabellen im Angebot hat.
Unsere Messungen zeigen, dass Chrome bei vielen Seiten etwas schneller ist als Firefox oder Internet Explorer. Uns interessiert aber vor allem, wie sich Chrome gegen Safari behauptet. Mangels Mac-Version vergleichen wir Safari für Windows und Chrome. Da beide Programme auf der gleichen Rendering-Engine Webkit basieren, erwarten wir nur einen geringen Performance-Unterschied. Tatsächlich lädt Chrome alle zehn Seiten unserer Testsuite um zehn bis dreißig Prozent schneller als Safari. Grund für das bessere Abschneiden ist offenbar die schnellere Javascript-Engine von Chrome.
Chrome hat das Potential, sich gegen seine Konkurrenten durchzusetzen. Auch für Mac-Anwender verspricht das Programm eine interessante Alternative zu werden - wenn es fertig ist und stabiler läuft. Vor allem für Webanwendungen der Zukunft ist der Browser gut geeignet. Dass Google aber mit Chrome noch mehr Benutzerinformationen sammeln kann, ist aus der Sicht des Datenschutzes äußerst bedenklich. Beim Thema Datenschutz ist Google wieder einmal Klassenletzter.
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