970328

Google: Europäische Union stellt Fragen zum Datenschutz

30.05.2007 | 08:15 Uhr |

Google, AOL und andere Suchmaschinenbetreiber speichern bereits seit längerem Online-Benutzerdaten. Die in Suchmaschinen eingegebenen Suchbegriffe wandern in riesige Datenbanken. Jetzt untersucht eine unabhängige Kommission der Europäischen Union, ob Google die Regeln zum Schutz privater Daten einhält.

Wie der Sydney Morning Herald berichtet, verlange Pietro Petrucci, der die europäischen Regierungen in Datenschutz-Belangen berät, von Google eine offizielle Stellungnahme zu der von dem Suchmaschinenbetreiber betriebenen Praxis, die Benutzerdaten zwei Jahre lang zu speichern. Unterstützung findet Petrucci dabei von dem Rechtsbeauftragten der Europäischen Union, Franco Frattini. Die Kommission habe in einem Brief bereits einige Rechtsfragen an das Unternehmen gestellt. Der Suchmaschinenriese möchte in einen konstruktiven Dialog mit der Kommission treten, wie der Datenschutzbeuaftragte des Unternehmens Peter Fleischer, beteuert. Google werde die Fragen zum Schutz der persönlichen Benutzerdaten bis zum nächsten Treffen der Kommission Ende Juni beantworten. In so genannten "Cookies" speichern die Suchmaschinen gestellte Anfragen. Dies diene laut Google, zur Verbesserung der Suchergebnisse und zum besseren Verständnis des Benutzers. So glaubt das Unternehmen auch, auf diese Weise zielgerichtete Anwendungen und Werbung für die Benutzer bereitstellen zu können. Eine Speicherung der Daten würde den Anwender zudem vor Hacker-Angriffen schützen. Trotz der Zusicherung, die privaten Daten sicher zu verwahren, glauben viele Rechtsanwälte, dass die Daten auch dazu benutzt werden könnten, einzelne Anwender auszuspähen. In den USA hat vor einem Jashr bereits AOL von sich reden gemacht, indem es anonymisierte Benutzerdaten einer Forschungsgruppe zur Verfügung stellte. So berichtet die New York Times von dem Fall einer Witwe in Amerika, deren Daten AOL drei Monate lang gespeichert hat. Die Suchanfragen führten schnell zur wahren Identität der Frau. Laut dem Sydney Morning Herald reagiere die Europäische Union mit der Untersuchung auch auf die Bekanntgabe über ein 3,1 Milliarden US-Dollar schweres Online-Werbeprogramm von Google, welches auf Cookies basiert. Europäische Datenschutzrichtlinien sind strenger als in den USA. Deshalb wolle die Kommission mit dem an Google gerichteten Brief sicherstellen, dass das Unternehmen auch alle erforderlichen Schutzbedingungen einhält.

0 Kommentare zu diesem Artikel
970328