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Google: Globales Internet mit Stratosphärenballons

01.02.2016 | 16:49 Uhr |

Überall schnelles Internet? Selbst an den entlegensten Regionen der Erde? Mit dem Projekt Loon will Google das schier Unmögliche möglich machen und ein globales Funknetzwerk aus Ballons errichten.

Googles aktuellstes Projekt, welches viele Kritiker für nicht umsetzbar hielten, steht nun in den Startlöchern. Unter dem Namen Loon versucht Google zukünftig ein globales Funknetzwerk zu errichten, sodass alle Orte auf der Erde Zugang zu schnellem Internet haben. Dies soll in rund 30 Kilometer Höhe geschehen, wo Googles sogenannte Stratosphärenballons schweben werden.

Googles Produktchef, Sundar Pichai, erklärte, dass die Ballons durchschnittlich 100 Tage in der Luft bleiben können, der Rekord läge sogar bei ganzen 187 Tagen, in denen der Ballon die Erde neun Mal umkreist hat. Die letzten Experimente begann Google Ende letzten Jahres in Australien.

Obwohl die Fertigungszeit eines einzigen Ballons vor wenigen Monaten noch bis zu vier Tage betrug, sei man nun im Stande, ein Exemplar in nur wenigen Stunden zu fertigen. Somit können pro Tag bis zu 100 Ballons produziert werden, was vor allem an den eigenen Fertigungsanlagen und den automatisierten System liegt, wie Google selbst sagt. Demnach soll in Kürze der Aufbau des globalen Ballon-Netzwerks erfolgen können.

Aktuell können pro Tag bis zu 100 Exemplare produziert werden.
Vergrößern Aktuell können pro Tag bis zu 100 Exemplare produziert werden.
© Google

Ein Google-Ballon ist rund 12 Meter hoch und kann über die Kontrollzentrale gesteuert werden, indem der Ballon Luft aufnehmen und auch wieder abgeben kann. Je nach Luftsituation kann dieser eine Geschwindigkeit zwischen 8 und 32 Kilometern pro Stunde erreichen. Die Ballons sind ebenfalls mit Solarmodulen und Akkus ausgestattet, sodass tagsüber genügend Energie für die Nacht gespeichert werden kann. Sollte ein Ballon abstürzen, soll ein eingebauter Fallschirm einen unkontrollierten Absturz verhindern.

Über die Kontrollzentren kann Google die Ballons steuern.
Vergrößern Über die Kontrollzentren kann Google die Ballons steuern.
© Google

Neben der Aufgabe, Internet in „Krisenregionen und Gegenden mit schlechter Infrastruktur“ zu bringen, will Google auch Regionen mit bereits vorhandener und guter Netzversorgung erreichen. Auch wenn ein solcher Plan ohne Einwilligung der örtlichen Netzbetreiber nicht umsetzbar wäre, hat Vodafone in Neuseeland laut Ingenieur.de bereits eingewilligt und ist eine Kooperation mit Google eingegangen. Wann genau die Stratosphärenballons einsetzbar sind, hat Google noch nicht verraten.

Ein offizieller Starttermin des Projekts ist bisher noch nicht bekannt.
Vergrößern Ein offizieller Starttermin des Projekts ist bisher noch nicht bekannt.
© Google
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