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Maps: Google zeigt Apple wie es geht

13.12.2012 | 11:28 Uhr |

Google hat eine neue App für Google Maps veröffentlicht. Erstmals können iOS-Nutzer mit den Google-Karten auch navigieren. Google selbst sagt, dass die iOS-Version der App sogar besser ist als die aktuelle Android-Ausgabe. Wir zeigen, was die App kann.

Seit Apple die integrierte Maps-App mit iOS 6 durch eine eigene, viel kritisierte Lösung ersetzt hat, warten Nutzer auf einen Nachfolger der offiziellen App für Google Maps. Jetzt ist diese erschienen. Google Maps ist nicht nur ein Ersatz für die alte Lösung bis iOS 5, Google hat sogar neue Funktionen hinzugefügt. So können Anwender damit jetzt auch sprachgestützte Navigation nutzen, eine Funktion, die die frühere Anwendung nicht beherrschte. Zudem hat Google auf Vektorkarten umgestellt. Diese laden schnell, lassen sich jetzt auch rotieren und in eine 3D-Ansicht kippen und müssen beim hineinzoomen weniger nachgeladen werden.

Die App ist auf das iPhone 5 angepasst und hat ein neues Design bekommen. Dieses wirkt angenehm schlankt und räumt den Karten viel Platz ein, reduziert dabei die Nutzeroberfläche auf die Umgebungskarte, die Suche und minimalistische Knöpfe für die Ortung und weitere Optionen. Im Gegenzug fehlen hier jetzt manche Funktionen. So konnte man mit der früheren, offiziellen iOS-App von Google Maps Favoriten anlegen und seinen Suchverlauf sehen, auch wenn man kein Google-Konto hatte. Dies funktioniert jetzt nur noch, wenn der Nutzer bei Google angemeldet ist.

Ansonsten ist vieles wie früher: länger auf einen Ort tippen und die App setzt dort eine Markierung. Unten zeigt eine Leiste die Adresse des Ortes an und bei Geschäften auch den Namen und einen Knopf für die Route dorthin. Diese Leiste kann man per Fingerstreich nach oben schieben, um weitere Informationen und Optionen zu erhalten, beispielsweise den "Street View"-Modus zu aktivieren.

Besser als Apples Karten

Im direkten Vergleich mit Apples Karten schlägt Google Maps sich gut. Von einer Routenplanung mit öffentlichen Verkehrsmitteln Apples Kartenapp noch meilenweit entfernt, Google bietet dies. Infos über Nahverkehr wie Busse, U-Bahnen und Co. gibt es allerdings bisher nur in München und Münster , für andere Städte fehlen Google noch die Daten. Zugverbindungen der Bahn funktionieren dagegen deutschlandweit.

Wie bei Apples Karten gibt es in Google Maps keinen echten Offline-Modus, der es erlaubt, Kartenbereiche dauerhaft abzuspeichern. Doch beide Apps sichern die zuletzt angesehenen Bereiche, sodass diese auch ohne Internetverbindung zu sehen sind. Ein Offline-Modus soll laut Google später noch folgen. Gleichzeitig bietet Google jetzt eine Schnittstelle für App-Entwickler an, damit diese Google-Karten einbinden und auf bestimmte Orte verlinken können. Apple bringt erst mit dem kommenden iOS 6.1 einen direkten Zugang zu den eigenen Karten.

Datenschutz: Wer nicht möchte, dass Google Bewegungsdaten sammelt, muss das Häkchen bei der Installation oder später in den Einstellungen entfernen.
Vergrößern Datenschutz: Wer nicht möchte, dass Google Bewegungsdaten sammelt, muss das Häkchen bei der Installation oder später in den Einstellungen entfernen.

Mit der neuen App zeigt Google Apple, wie eine einfache Kartenlösung funktionieren sollte. Es gibt deutlich mehr Informationen als bei Apple. Die offiziellen Karten nerven mit Kleinigkeiten. Ein Beispiel: manche U-Bahn-Stationen einer Linie sind zu sehen, andere dagegen sieht der Nutzer erst, wenn er weiter zoomt. Google dagegen zeigt auf Wunsch Bahnlinien markiert auf der Karte, zeigt aussagekräftigere Stauinfos und findet auch Geschäfte, die nicht jeder kennt.

Wer Favoriten anlegen will und für schnelle Navigation seine Adresse hinterlegen möchte, der muss ein Google-Konto nutzen. Zudem fehlt Google noch eine wichtige Funktion: bislang ist die App nur auf das iPhone angepasst, nicht auf das iPad. Dies soll bald folgen. Davon abgesehen schlägt Google Maps Apples Karten um Längen.

Info: Google Maps im App Store

Datenschutz á la Google

Installiert der Nutzer die App auf dem iPhone, sammelt die App standortbezogene Daten des Nutzers und schickt sie in den regelmäßigen Abständen an die Server von Google. Dies passiert, selbst wenn der Nutzer nicht mit eigenem Google-Konto angemeldet ist. Google fragt bei der Installation nach, ob diese Daten gesammelt werden dürfen, dies übersieht man aber leicht. So schalten Sie die Datensammlung nachträglich aus:

1. Auf die Schaltfläche "Mein Profil" klicken;
2. Weiter geht es zu den Einstellungen, mit dem Zahnradsymbol gekennzeichnet;
3. Die Einstellung "Info, Nutzungsbedingungen und Datenschutz" enthält alle nötigen rechtlichen Informationen, darunter auch „Nutzungsbedingungen und Datenschutz“;
4. In der obengenannten Einstellung klickt man auf die Option "Erfassung von Standortdaten".
5. Ist die Option ausgewählt, erscheint der Schieberegler, womit man die automatische Erfassung abschalten kann. hak

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