1652441

Google Maps verstößt gegen EU-Gesetzgebung

17.12.2012 | 09:39 Uhr |

Beim Installieren der Google Maps App ist die Option zum Freigeben von Ortsinformationen als Voreinstellung aktiviert. Damit verstößt Google klar gegen Europäische Datenschutzgesetze, meldete Marit Hansen, stellvertretende Leiterin der Verbraucherschutzorganisation Unabhängiges Landeszentrum für Datenschutz (ULD).

Die App Google Maps für das iPhone wurde am letzten Mittwoch im App Store veröffentlicht und setzt mindestens iOS 5.1 voraus. Nach den Pannen mit Apples eigener Karten App unter iOS 6 hatten viele Anwender bereits sehnlichst auf Google Maps gewartet und innerhalb weniger Stunden mauserte sich Googles App zur beliebtesten kostenlosen App im App Store.

Sobald der Anwender die App geladen hat, fordert Google den Anwender auf, die Bedingungen für Googles Dienstleistung und Datenschutz anzuerkennen. In der gleichen Seite weist Google daraufhin, dass die App Ortsdaten an Google melden wird - “ Helfen Sie mit, Google zu verbessern [...] Anonyme Ortsdaten werden durch Googles Location-Dienst gesammelt, an Google weitergegeben und können auch auf dem Gerät gespeichert werden“ zeigt Google an.

Die Warnung jedoch reicht nicht aus: Die aktivierte Voreinstellung zum Datentransfer verstößt gegen EU-Gesetze, meldet Hansen . Außerdem zweifelt sie offen Googles Definition von “anonym” an, da die Information genug Spuren enthält, um individuellen Anwender identifizieren zu können. Damit fallen die von Google gesammelten Daten unter die Datenschutzgesetzgebung, die zur Nutzung die explizite Zustimmung des Anwenders (Opt-in statt Oup-out) voraussetzt.

Bereits im Januar hatte die niederländische Datenschutzbehörde (CBP)  den Navigationsdienst Tomtom erfolgreich zum Opt-in gezwungen, da die dort gesammelten Ortsdaten hinreichend waren, um die Adressen der Anwender zu ermitteln. Mark Jansen, ein auf IT-Rechte spezialisierter Anwalt, stimmt in einem Interview mit IDG zu, dass Google Map in die gleiche Kategorie fällt. Hansen weist auch daraufhin, dass diese Datenkategorie zurzeit von Mitgliedern von Datenschutzkommissionen, darunter auch ULD, EU-weit diskutiert wird. Sie hofft, dass künftig auch außerhalb der EU die Opt-in-Option zum Schutz von Privatdaten erzwungen werden wird.
Ein Pressesprecher von Google antwortete auf Marit Hansens Klage mit dem Hinweis auf eine Webseite von Google , laut der Google die gesammelten Location-Daten nicht auf individuelle Anwender zurückverfolgen könne und fügt hinzu, dass Google die Opt-out-Option für ausreichend hält.
 

0 Kommentare zu diesem Artikel
1652441