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Google-Phone G1: Keine Gefahr für das iPhone

17.10.2008 | 10:25 Uhr |

Ars Technica hat sich das erste Smartphone der Android-Plattform vorgenommen, das HTC G1. Das Fazit ist ernüchternd.

Android ist ein Zusammenschluss aus Google und weiteren Soft- und Hardwareherstellern. Diese neue Plattform ist ein Hoffnungsschimmer für Mobilfunkbetreiber, die keinen Vertrag mit Apple haben. Android wird oft als offener, weniger eingeschränkt beschrieben als Apples iPhone. Jetzt bietet T-Mobile USA das erste Gerät an, das auf dieser Plattform basiert: das HTC G1.

Die ersten Medienvertreter durften das neue Android-Handy bereits testen. Die Reaktionen fallen dabei sehr durchwachsen aus. Das allgemeine Fazit: An das iPhone kommt das HTC G1 noch nicht heran. So kritisiert beispielsweise Ars Technica, dass das Gerät sich qualitativ deutlich schlechter anfühle. Zudem könne man Kopfhörer von Drittherstellern nur über einen proprietären Adapter anschließen, der nicht mitgeliefert wird.

Google-Dienste bevorzugt

Ars-Autor Glenn Fleishmann ärgert sich zudem darüber, dass man das Gerät für Eingaben immer aufklappen muss, was den Bildschirminhalt rotieren lässt. Eine Bildschirmtastatur gebe es nicht. Zudem wundert er sich, dass der integrierte Neigungssensor von keinem installierten Programm genutzt wird. Walt Mossberg vom Wall Street Journal kritisiert , dass das Gerät ein "Klotz" sei. Zudem ärgert ihn, dass das Android-Smartphone eng an Googles Onlinedienste gebunden ist. Schon allein um das G1 zu nutzen brauche man einen Google-Account. Auch der Datenableich von Terminen und Kontakten gehe nur über Googles eigene Dienste. Exchange-Dienste sind beispielsweise nicht möglich.

Zudem gibt es keine Software, um das G1 direkt mit einem PC oder Mac abzugleichen. Outlook oder iSync bleiben außen vor. Zudem gefällt dem iPhone-Nutzer Mossberg die Benutzeroberfläche nicht so gut wie beim Apple-Smartphone. Es gibt keine Fingergesten, kein Multitouch. Zudem seien die Multimediafähigkeiten beschränkt. Der Musikplayer des Android-Handys gefällt ihm weniger gut als der des iPhones, einen Videoplayer gibt es nicht. Zudem liegt nur ein Gigabte Speicher bei.

Unsere US-Kollegen von IDG haben herausgefunden , dass der Android Market, der Gegenentwurf zum App Store, eine Klausel enthält, die es dem Anbieter ähnlich wie Apples Blacklist erlaubt, Programme von den Geräten der Nutzer zu löschen. Doch es gibt auch Lichtblicke. So sei das Android-Gerät multitasking-fähig. Das Technikblog Gizmodo kommt bei der Frage ob sich ein Kauf lohnt zu einem ernüchternden Fazit: Es kommmt drauf an. Das System sei besser als manch anderes Smartphone-OS, habe aber noch Mängel.

Die meisten Kritikpunkte der Journalisten richten sich eher an die Hardware als an die Software an sich.

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