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Google auf Einkaufstour

02.11.2006 | 13:53 Uhr |

Google ist seit dem Kauf von You Tube Herr über Millionen von Privatvideos - eine Investition in die multimediale Zukunft des Internets. Der Kauf war in diesem Jahr eines der wichtigsten Ereignisse für das Internet. Und keine gute Nachricht für den Apple iTunes Store.

Etwa 55 Minuten, ungefähr so lange wie zwei Folgen der Serie "Simpsons", surft jeder erwachsene Bundesbürger laut Bitkom täglich im Internet. Was macht er aber in dieser Zeit? Die Zeit nutzt er vor allem zum Einkaufen, er bucht Reisen und er hört MP3-Dateien. Sehr viel Zeit verbringt er auch mit der Suche nach Software, weniger dagegen mit dem Ansehen von Video-DVDs und mit der Weiterbildung.

Videos im Netz immer beliebter

Bisher waren wohl MP3-Dateien das häufigste Tauschmittel zwischen Internetnutzern, heute sendet man dem Kollegen oder Bekannten immer öfter auch ein kurzes Video. PC und Mac werden immer öfter als Video-Abspielgeräte genutzt. Auch der Inhalt von Internetseiten hat sich in den letzten Jahren verändert. Kaum noch ein Blog verzichtet auf einen Verweis auf ein interessantes Video, zumeist von You Tube. Internet-TV gilt als der große zukünftige Umsatzbringer des Internets, wobei noch völlig unklar ist, in welcher Form sich dieses Medium hier durchsetzen wird. Video-Communities scheinen aber der erste erfolgreiche Verbreitungsweg zu sein.

Das hilft bei der Suche nach einer Erklärung, warum sich der Suchmaschinenbetreiber kürzlich für 1,5 Milliarden Dollar das Videoportal You Tube einverleibt hat. Im Moment ist Google damit unbestrittener Markführer im Bereich Video-Communities und Besitzer von Millionen von Privatvideos. You Tube wurde erst Anfang 2005 gegründet, hatte bei der Übernahme 67 Mitarbeiter und kaum nennenswerte Einnahmen. Bei 100 Millionen abgerufenen Videos pro Tag und einem geschätzten Markanteil von 47 Prozent ist der Kauf nach Meinung viele Analysten aber gerechtfertigt. Die Seite hat nämlich einen riesigen Nutzerkreis, ein immenses Archiv voll mit Inhalten und nur begrenzte Kosten - die Inhalte werden ja von den Besuchern selbst erzeugt.

Als Plattform für Werbung, dem Kerngeschäft von Google, ist dieser Kundenkreis unbezahlbar. Google beherrscht damit den Markt für Video-Communities, was auch die Mac-Anwender nicht unbetroffen lässt: So erscheinen Berichte über neue Mac-Modelle immer öfter als You Tube-Flashvideo - statt wie bisher als Quicktimefilm.

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