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Google ersetzt Captchas durch "Bin kein Roboter"-Klick

05.12.2014 | 07:56 Uhr |

Sitzt ein Mensch am PC? Statt per Captcha will Google dies künftig mit einem Haken und Bilder-Rätsel ermitteln.

Immer wieder stößt man im Web auf die sogenannten Captchas. Die Nutzer müssen schwer lesbare Zeichenfolgen erkennen und diese dann in ein Eingabefeld eingeben. Das ist umständlich und sehr fehleranfällig. Google kündigt in einem Blog-Eintrag an, die Captchas abschaffen zu wollen.

Captcha steht für " Completely Automated Public Turing test to tell Computers and Humans Apart". Das Verfahren dient dazu zu ermitteln, ob vor dem Computer tatsächlich ein Mensch sitzt. Dadurch wird verhindert, dass Roboter beispielsweise die Datenbanken von Webdiensten zu spammen oder diese per Massenanfragen unnötig belasten.

Google will diese Captchas durch "No Capcha reCaptcha" ersetzen und stellt dafür auch die notwendigen APIs zur Verfügung. Im einfachsten Fall, dem reCaptcha, muss der Anwender nur per Häkchen die einfache Aussage bestätigen: "Ich bin kein Roboter".

Man habe herausgefunden, dass es viel einfacher sei, die Nutzer einfach zu fragen, ob sie ein Roboter sind, so die Erkenntnis von Google. Hinzu käme, dass Text-Erkennungssoftware ohnehin mittlerweile in der Lage sei, selbst stark entstellten Zeichenfolgen mit einer Wahrscheinlichkeit von 99,8 Prozent zu erkennen. Captchas sind dadurch viel zu unsicher geworden.

Das komplizierte Captcha-System (oben) will Google durch das einfachere reCaptcha-Verfahren (unten) ersetzen
Vergrößern Das komplizierte Captcha-System (oben) will Google durch das einfachere reCaptcha-Verfahren (unten) ersetzen
© Google

Bei No Capcha reCaptcha kommt dagegen ein fortgeschrittenes Risiko-Analyse-System zum Einsatz. Dieses analysiert das Verhalten des Anwenders vor, während und nach der Bestätigung der "Ich bin kein Roboter"-Aussage. Dazu gehört beispielsweise die Analyse, wie der Anwender während der Beantwortung der Frage den Mauszeiger bewegt. Ausgewertet werden, so heißt es, nur die innerhalb des Bereiches des "No Capcha reCaptcha"-Kastens getätigten Mauszeiger-Bewegungen.

Sollte das System Zweifel an der Aussage des Nutzers haben, kann beispielsweise ein Bilderrätsel eingeblendet werden. In dem wird dann etwa das Bild einer Katze eingeblendet und der Anwender muss aus darunter eingeblendeten Tier-Bildern eine Katze auswählen. Ein derartiges System, so Google, sei auch einfacher für mobile Nutzer auf Smartphones zu verwenden. Und in der Not, also wenn die Nutzer alle Tracking-Funktionen des Browsers abgeschaltet haben, sollen auch in Zukunft die klassischen reCaptcha-Anfragen bei den Anwendern erscheinen.

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