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Google verbietet Sex in Blogs

24.02.2015 | 14:31 Uhr |

Die Blogger-Szene, die den Google-Dienst Blogger beziehuzngsweise Blogspot verwendet, ist vollkommen überrascht von einer Änderung der Nutzungsbedingungen.

Der zu Google gehörende Blog-Dienst Blogger/Blogspot wird ab dem 23. März 2015 neue Nutzungsbedingungen aufweisen. Viele dort aktuell betriebene Blogs zu Thema Erotik oder Pornografie müssen laut diesen neuen Regeln dann wohl den Dienst einstellen. Die neuen Nutzungsbedingungen verbieten nicht nur pornografische Bilder und Videos, sondern auch die Darstellung von nackten Körpern. Außerdem soll diese neue Regeln auch rückwirkend gelten, so dass alle Blogger ihre gesamten Inhalte auf bald verbotenes Material durchsuchen müssen. Ansonsten wird Google betroffene Blogs auf »privat« umstellen. Private Blogs sind nur noch für den Besitzer und von diesem festgelegte Nutzer einsehbar und verschwinden damit aus der Öffentlichkeit.

Neue Blogs mit nackten Tatsachen wird Google selbst löschen oder »andere Maßnahmen ergreifen«. Bisher hatte Google bei Blogger nur ohnehin illegale Darstellungen von sexueller Aktivität verboten, Erotik aber erlaubt, sofern das Blog als Blog für Erwachsene gekennzeichnet war. Nun erwähnt Google nur noch kleine Ausnahmen für das Darstellen nackter Körper. Nur wenn solche Darstellungen für die Öffentlichkeit hilfreich sind und beispielsweise der Kunst, der Bildung oder Dokumentationen zugeordnet oder in einem wissenschaftlichen Kontext zu sehen sind, fällt Nacktheit nicht unter die neuen Regeln. Allerdings bestimmt Google wohl selbst, ob Bilder und Videos für eine solche Ausnahme in Frage kommen.

Wie Engadget meldet, will das Internet Archive nun versuchen, so viele Blogs wie möglich zu sichern, bevor Google willkürlich zum Teil ein Jahrzehnt alte Blogs verschwinden lässt. Jason Scott, ein Mitarbeiter des Internet Archive, nennt das Vorgehen von Google, bei dem niemand darüber informiert wird, was wann nicht mehr einsehbar sein wird, eine Schande und eine »lächerliche Vorgehensweise«. Die Gründe für den Schritt von Google sind ebenfalls nicht bekannt.

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