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Google verdient mit Zinsen

13.02.2006 | 10:47 Uhr

Viele Anleger dürften sich trotz der negativen Wall-Street Reaktionen gefreut haben, dass Google im letzten Quartal seinen Gewinn um 72 Prozent steigern konnte.

Das "Wall Street Journal" hat einmal genauer hingeschaut und festgestellt, dass die Steigerung aber größtenteils nicht aus dem Geschäft mit Internet-Werbung, sondern aus einer ganz anderen Quelle stammt, die in den kommenden Jahren kein vergleichbares Wachstum bringen dürfte: Zinsen.

Googles Zinseinkünfte im vierten Quartal betrugen demnach 70,2 Millionen Dollar, mehr als neunmal so viel wie im vergleichbaren Vorjahreszeitraum (7,4 Millionen Dollar). Zahlen eines aktuellen Reports von Thomson Financial lassen vermuten, dass diese Steigerung mehr als ein Fünftel des gesamten Gewinnwachstums zur Folge hatte.

Unabhängig davon spekuliert der Anlegerbrief "Barron's" (erscheint wie das "WSJ" bei Dow Jones) über einen möglichen weiteren Kurssturz der Google-Aktie um 50 Prozent. Das könne eintreten, falls Google aufgrund steigenden Wettbewerbsdrucks oder Nutzerbetrug beim Anzeigenverkaufssystem ("click fraund") des Unternehmens die Umsatzerwartung der Analysten um 20 Prozent verfehlen würde. Dann könnte die Google-Aktie durchaus auf 188 Dollar fallen, nachdem das Papier derzeit um die 360 Dollar notiert (am 11. Januar hatte es ein Allzeithoch von mehr als 471 Dollar erzielt). Drohende Konflikte für Google erwartet "Barron's" zudem mit Buchverlagen, Kabel- und Telefonfirmen. (tc)

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