1915464

Google will alle Suchanfragen automatisch verschlüsseln

14.03.2014 | 10:44 Uhr |

Die NSA dürfte wenig erfreut sein - Google will weltweit binnen weniger Monate alle Suchanfragen standardmäßig verschlüsseln. Doch auch Chinas Zensoren dürfte das Kopfschmerzen bereiten.

Schon 2010 verschlüsselte Google seine Suche - aber nur optional und nicht für alle Nutzer. Im Jahr 2012 dann begann Google die Suche in den USA standardmäßig zu verschlüsseln. Nach den Snowden-Enthüllungen über die massiven Spionage-Tätigkeiten der NSA im Internet, begann Google den Datenverkehr zwischen seinen Rechenzentren zu verschlüsseln. Doch außerhalb der USA sah es bislang eher mager aus, was die Verschlüsselung der Google-Suchanfragen betrifft. Ein weiteres Problem: Firefox, Safari und Chrome unterstützen die automatische Verschlüsselung. Doch ältere Versionen des Internet Explorers - in einigen Teilen der Welt immer noch weit verbreitet - nicht. Doch alle Suchen weltweit in Google, die mit aktuellen Browsern getätigt werden, verspricht man in Mountain View, sollen in den kommenden Monaten automatisch verschlüsselt werden. Das berichtet die Washington Post.

Für besonders viel Furore dürfte diese Ankündigung nicht nur im NSA-Hauptquartier sorgen. Sondern auch in China. Dort werden Suchbegriffe wie "Dalai Lama" oder " Tiananmen-Massaker" von den Zensoren ausgefiltert. Wenn die Google-Suche verschlüsselt wird, bleibt den Männern hinter der "Großen Firewall", wie Chinas Zensurapparat in Anspielung auf die Große Mauer auch genannt wird, nur die komplette Blockade aller Google-Suchen. Oder das Knacken der Verschlüsselung. Dass Google für die chinesische Regierung eine Hintertür einbaut, ist eher unwahrscheinlich. Der Image-Verlust bei Bekanntwerden so einer Hintertüre wäre enorm. Eine weitere Option für die Zensoren: Sich per Man-in-the-middle-Attacke zwischen Nutzer und Verschlüsselung schalten.

0 Kommentare zu diesem Artikel
1915464