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Grateful Dead verbieten Gratis-Downloads

02.12.2005 | 10:42 Uhr |

Die amerikanische Kultband will verhindern, dass Konzertmitschnitte kostenlos per Download verbreitet werden. Die Fans laufen dagegen Sturm.

Grateful Dead
Vergrößern Grateful Dead

Die legendäre Psychodelic-Blues-Jam-Band war dafür bekannt, ihren Fans das Mitschneiden ihrer zahlreichen Konzerte ausdrücklich zu erlauben. Unter den Deadheads genannten Fans kursierten diese selbst aufgenommenen Bänder und wurden rege ausgetauscht, was den Kultstatus der Band nur noch weiter förderte. Von keiner anderen Band dürften derart viele Bootlegs existieren.

Dementsprechend verständnislos und sauer reagieren die Deadheads nun auf den Versuch der Band, den kostenlosen Download von Konzert-Mitschnitten zu unterbinden. Dennis McNally, Sprecher der Band, bestätigte, dass die Betreiber der unter Musikfans beliebten Website Internet Archive angewiesen wurden, Konzertmitschnitte der Band nicht mehr per Download zur Verfügung zu stellen. Der unabhängige Internet-Anbieter ist dieser Forderung mittlerweile nachgekommen. Daraufhin hat die gut organisierte Fangemeinde eine Online-Petition erstellt, auf der mit Liebesentzug sowie dem Boykott der regulären Aufnahmen und Merchandising-Artikel gedroht wird.

Die Band hatte sich 1995 aufgelöst, nachdem Mastermind, Sänger und Gitarrist Jerry Garcia verstorben war. Die verbliebenen Bandmitglieder treten seitdem unter dem Namen "The Dead" auf. Offenbar haben sich die Musiker zu dem Schritt entschlossen, nachdem sie Konzertmitschnitte nun gegen Geld auf ihrer offiziellen Website und via iTunes zum Kauf anbieten .

Früher konnten Grateful Dead allein mit ihren umfangreichen Konzerttourneen Ticketeinnahmen in zweistelliger Millionenhöhe pro Jahr verbuchen. Diese Geldquelle ist nun weitgehend versiegt und auch die Erlöse durch den Verkauf von CDs und Platten leiden durch die kostenlose Online-Verfügbarkeit und den Austausch von digitalen Aufnahmen. Die massenhafte Weiterverbreitung via Internet entspreche nicht dem von der Band intendierten Community-Building der früheren Jahre, verteidigt McNally das Vorgehen der Band. (rg)

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