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Größte virtuelle Stadtbegehung im Internet

12.07.2007 | 09:23 Uhr |

Mit Dresden steht nach Berlin eine weitere deutsche Stadt zur virtuellen Begehung auf Google Earth bereit. Seit Montagmittag können sich Interessierte auf Entdeckungstour durch die sächsische Landeshauptstadt begeben.

Wie das Potsdamer Hasso-Plattner-Institut (HPI) erklärt, sei das 3D-Modell mit über 150.000 Gebäuden in hochauflösender grafischer Darstellung das größte seiner Art im virtuellen Raum. Selbst die Darstellung der deutschen Hauptsatdt Berlin, verfüge "nur" über 44.000 Gebäude in Google Earth.

Verantwortlich für die grafische Umsetzung des Modells zeichnet das Potsdamer Unternehmen 3D Geo GmbH , ein Ableger des HPI, in Zusammenarbeit mit der Chemnitzer Virtualsystems GmbH. Die originalgetreue Abbildung der Metropole an der Elbe ermöglicht die von 3D Geo eigens entwickelte 3D-Software "LandXplorer". Wie 3D-Geo-Geschäftsführer Marc Hidebrandt erläutert, nimmt die Software vollautomatisch dreidimensionale Kartendaten auf und kombiniert diese mit Höhendaten. Ein neu entwickeltes Verfahren mache die Positionierung von Fassaden darauf dann erst möglich. Laut Hildebrandt übertreffe LandXpleror gar die die Softwaresysteme von Google Earth Professional und Sketchup bei der Erstellung von größeren Ballungsräumen: Das Autorenwerkzeug stelle selbst Datensätze von acht Millionen Gebäuden problemlos dar und verstehe sich auch mit allen gängigen Geoinformationssystem-Formaten. Zudem könne die Software die Daten nach der Exportierung auf Google Earth auch streamen. Ein weiterer Vorteil sei das Verbleiben der Daten auf dem eigenen System, was laut Professor Jürgen Döllner, Leiter des Fachgebiets "Computergrafische Systeme" beim HPI, für eine größere Sicherheit der Geodaten sorgen soll.  

Chancen für Wirtschaft und Städteplanung

Ein weiterer Aspekt, auf den Döllner hinweist, ist die mögliche Vermarktung einheimischer Produkte für den Handel und die Wirtschaft. Aber auch Tourismus und Gastronomie könnte von dem virtuellen Stadtinformationssytem profitieren. Gerade Touristen können sich so gezielt ein Bild "vor Ort" machen und so den nächsten Städtetrip planen. Wie Spiegel Online berichtet, plane die Stadt Dresden ihre Bürger zudem in den Planungsprozess des Städtebaus mit einzubeziehen. Damit könnten die Einwohner beispielsweise über die Planung für die Waldschlösschenbrücke neu abstimmen - schließlich steht das Weltkulturerbe des Elbtals auf dem Spiel. Anwender die sich auf einen Gleitflug durch Dresden begeben möchten, können die Daten ab Google Earth 4 entweder direkt aufrufen oder sich ein 43 Megabyte großes Video dazu anschauen.

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