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Grundig meldet Insolvenz an

14.04.2003 | 10:31 Uhr |

Am heutigen Montag hat das Traditionsunternehmen Grundig beim Amtsgericht Nürnberg einen Antrag auf Insolvenz eingereicht. Grundig-Finanzchef Günter Moissl bestätigte diesen Vorgang bereits gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters.

Damit sind die geplanten Übernahmen der vergangenen Monate durch den taiwanesischen Multikonzern Sampo sowie durch den türkischen TV-Geräte-Hersteller Beko endgültig gescheitert. Beko zog sich am vergangenen Montag überraschend aus den Übernahmegesprächen mit dem bekannten Nürnberger Unternehmen zurück. Heute morgen haben sich die Geldinstitute von Grundig dagegen entschieden, die bestehenden Kredite über den angesetzten Zeitraum hinaus zu verlängern.

Grundig beschäftigt derzeit noch 3500 Mitarbeiter, die sich jetzt einer ungewissen Zukunft ausgesetzt sehen. Ende der 80er Jahre beschäftigte Grundig mehr als 38.000 Menschen.

Obwohl Grundig in der Vergangenheit bereits einige Male kurz vor dem Konkurs stand, gab es mit Hilfe der bayerischen Landesregierung bisher immer in letzter Sekunde ein Ausweg. Diesmal scheint es aber kein Zurück mehr zu geben. Sollte Grundig die Insolvenz nicht mehr abwenden können, bedeutet das auch herbe Verluste für den Satelitten-Anlagen-Hersteller Kathrein - die Rosenheimer sind mit 89 Prozent Hauptanteilseigner an Grundig. ds

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