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Grundlagen: Raw-Format

02.07.2008 | 13:51 Uhr |

Auch Fotoamateure können vom Raw-Format profitieren. Wir erklären, was Sie dabei beachten sollten und wo die Unterschiede zu JPEG und TIFF liegen

Das Raw-Format bietet Digitalfotografen oftmals eine deutlich höhere Bildqualität und mehr Spielraum für die Bearbeitung als die von der Kamera erzeugten JPEGs. Wie groß die Unterschiede sind, hängt allerdings von der einzelnen Kamera ab. Denn Raw ist nicht gleich Raw. Wer auch als Hobbyfotograf versuchen will, mit der Speicherung von Raws mehr aus seinen Fotos rauszuholen, tut gut daran, sich zunächst einmal klarzumachen, was Raw eigentlich bedeutet und warum man hier tatsächlich mehr rausholen kann als bei den üblicherweise benutzten JPEGs.

Raw vs. JPEG

Raw-Option: Nicht nur teure Profikameras können Raw-Bilder speichern. Auch in der Mittelklasse steht das Format häufig zur Auswahl.
Vergrößern Raw-Option: Nicht nur teure Profikameras können Raw-Bilder speichern. Auch in der Mittelklasse steht das Format häufig zur Auswahl.

An vielen Kameras der mittleren und gehobenen Klasse lässt sich neben JPEG-Speicherung in verschiedenen Auflösungen und Kompressionsstufen auch noch das Ablegen im Raw-Format aktivieren. Die Idee dahinter ist, die Fotos möglichst unbearbeitet zu lassen. Bei der Erzeugung einer JPEG-Datei führt die Kamera nämlich jede Menge Arbeitsschritte aus, bei denen Informationen der ursprünglichen Sensormessung verloren gehen. Die JPEG-Kompression ist zum Beispiel mit Verlust behaftet. Dieser fällt allerdings von Kamera zu Kamera unterschiedlich groß aus, da es Sache des Herstellers ist festzulegen, was "Beste Qualität" bedeutet. Einige gehen offensiv vor, um mehr Bilder auf die Speicherkarte zu bekommen, andere wählen Einstellungen, die bei normaler Betrachtung kaum Fehler erkennen lassen. Trotzdem kann es vorkommen, dass dem JPEG bei der Nachbearbeitung in kritischen Bereichen wie feinen Verläufen die Luft ausgeht. Außerdem werden die Bilder je nach Hersteller mehr oder weniger stark geschärft. Als Faustregel gilt dabei, dass bei den günstigen Kameras kräftiger zugelangt wird, während man sich bei den Profigeräten auf die Nachbearbeitung durch den Fotografen verlässt.

Weitere Entscheidungen, die die Kamera unumkehrbar für Sie trifft, sind zum Beispiel der Weißabgleich und die Umsetzung der gemessenen Helligkeitswerte in Bildpunkte. Die Kamera misst nämlich mehr als die 8 Bit pro Farbe, die im JPEG landen. Je nach Modell stehen meistens 12 oder 14 Bit zur Verfügung, aus denen die Kamera dann im Idealfall eine zum Foto passende Gammakurve für die Verteilung auf die JPEG-Bits erstellt. Lineares Interpolieren der Helligkeitswerte ist nämlich nur die zweite Wahl, da sich die Wahrnehmung von Sensor und Auge unterscheiden. Der Sensorwert wächst linear mit dem eingesammelten Licht, während das menschliche Auge, vermutlich irgendwelchen Urtrieben folgend, im Schatten noch sehr kleine Unterschiede wahrnimmt, bei großer Helligkeit dagegen deutlich unempfindlicher wird. Berücksichtigt eine Kamera diesem Umstand durch eine nichtlineare Gammakurve, kann sie tatsächlich mehr sichtbare Informationen in den 8 Bit der erzeugten JPEG-Datei unterbringen.

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