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Grundlagen Voice over IP

17.01.2007 | 12:54 Uhr |

Lange Zeit als Spielzeug von Nerds abgetan, hat sich das Telefonieren über eine Internet-Verbindung, kurz VoIP, längst in Privathaushalten und Firmen etabliert – ob einfach zum Quasseln mit Freunden oder als kostengünstiger Telefonersatz

Eines der diesjährigen Modeworte ist sicher „Voipen“. Gemeint ist das Telefonieren über Netzwerk- und Internet-Verbindungen. Dem Kunstnamen zugrunde liegt der Begriff VoIP (Voice over Internet Protocol), auch Internet-Telefonie genannt. Im Gegensatz zum herkömmlichen Telefonieren wird dabei eine vorhandene Netzwerkstruktur genutzt. Da das Basisprotokoll für Internet-Telefonie – das Internet Protocol (IP) – auch für Internet-basierte Datendienste zum Einsatz kommt, funktioniert VoIP nicht nur innerhalb eines lokalen Netzwerks, sondern auch über eine vorhandene Internet-Anbindung.

Vorläufer

Da bei der Übertragung von Sprache trotz Kompression erhebliche Datenmengen anfallen, sind auch die Anforderungen an die Internet-Anbindung höher als bei E-Mails oder beim Surfen. Ohne DSL ergibt Internet-Telefonie kaum Sinn. Eine Bandbreite von 100 KBit/s sollte auf jeden Fall vorhanden sein, will man eine Unterhaltung auch verstehen können. Dabei ist nicht nur die mögliche Download- Bandbreite (den Gesprächspartner hören), sondern auch die Upload-Bandbreite (die eigene Sprache übermitteln) wichtig. Da heute auch die kleinste DSL-Lösung mindestens 768 Kilobit für Download und 128 Kilobit für Upload zur Verfügung stellt, reicht bereits eine einfache DSL-Variante. Verwandte Vorläufer der Internet-Telefonie wie Instant Messenger, ICQ und andere kannten das Problem nicht: Statt Sprache wird hier nur Text übertragen, da reicht sogar eine Internet-Anbindung über Telefon und Modem. Mit Zusatzdiensten wie der Übertragung von Video und Dateien innerhalb eines Telefonats werden in Zukunft die Bandbreitenanforderungen bei Internet- Telefonie steigen.

Alter Hut?

Sprache per Internet zu übertragen ist eigentlich ein alter Hut. Mit Apples iChat AV, Lösungen von AOL und Microsoft sowie anderen Anbietern ist das schon seit einigen Jahren möglich. Auch hierbei handelt es sich um Voice over IP. Wenn man aber heute von VoIP spricht, sind auch Funktionen wie Anrufbeantworter, Rufweiterleitung, Übergang von Voice over IP ins Festnetz und mehr gemeint. Hier müssen Lösungen à la iChat AV passen, so nett sie auch umgesetzt sind.

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