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Günstig und gefahrlos im Internet einkaufen

14.11.2006 | 13:02 Uhr |

Hardware beim Versender kaufen, Software direkt vom Server laden, Schnäppchen ersteigern – das Internet hilft dabei, den ein oder anderen Euro zu sparen. Aber Vorsicht: So manches Schnäppchen entpuppt sich als Reinfall.

Einkaufen im Internet – Auch abseits bekannter Händler bequem. Vor Reinfällen schützen wenige Vorsichtsmaßnahmen.
Vergrößern Einkaufen im Internet – Auch abseits bekannter Händler bequem. Vor Reinfällen schützen wenige Vorsichtsmaßnahmen.

Ein neues Macbook für nur 700 Euro? Her damit, und den „Sofort- Kaufen“-Button bei eBay geklickt. Doch nach Überweisung des sauer ersparten Geldes auf das Konto des Verkäufers will und will die Ware nicht kommen, erst vertröstet der Anbieter mit fadenscheinigen Ausreden, dann reagiert er überhaupt nicht mehr auf Mails, Anrufe und eingeschriebene Briefe. Schließlich taucht im Online-Auktionshaus wieder ein Macbook zum günstigen Preis auf, den Namen des Verkäufers hat man so ähnlich schon einmal gehört…

Die meisten Anbieter, die über Auktionshäuser oder einen eigenen Webshop Hard- und Software verkaufen, sind seriös. Die Ersparnisse bei Lagerhaltung oder Verkaufsfläche geben sie an ihre Kunden weiter, das Macbook lässt sich so oft günstiger erstehen als beim Händler um die Ecke. Und nicht hinter allen Auktionen mit günstigen Preisen steckt betrügerische Absicht.

Ist der Schaden erst einmal eingetreten, ist guter Rat teuer. Um gar nicht erst in die Verlegenheit zu kommen, mit Hilfe der Justiz sein Geld zurück fordern zu müssen, hilft eine einfache Verhaltensmaßregel beim Einkauf im Internet: Nur der seriöse Händler bekommt sein Geld, via Kreditkarte, Einzugsermächtigung oder bei geringeren Beträgen über ein Micropaymentsystem wie das von Pay Pal oder First Gate. Nur, woran erkennt man den seriösen Händler, von dem man erwarten kann, im Zweifelsfall ein bei Ankunft defektes Gerät ausgetauscht oder sein Geld bei Nichtgefallen zurück zu bekommen?

Fünf goldene Regeln

Der Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien (Bitkom) misst an fünf Kriterien die Seriosität von Internethändlern.

  1. Wichtigste Voraussetzung für den Geschäftsabschluss ist ein vollständiges Impressum auf der Website des Anbieters. Neben der vollständigen Anschrift des Unternehmens muss dieses auch den Namen des Geschäftsführers ausweisen und die Umsatzsteuer-Identifikationsnummer nennen.

  2. Fordert die Website des Online-Shops zur Eingabe vertraulicher Daten wie Kreditkartennummer oder Bankverbindung auf, muss dies auf einer sicheren Seite geschehen. Dies erkennt man an der mit „https://“ beginnenden Adresse oder an einem Schlosssymbol im Browser. Safari stellt dieses rechts oberhalb des Suchfensters dar.

  3. Bei Versteigerungen sollte man im Zweifelsfall einen Treuhandservice nutzen, wie ihn etwa eBay für die Bezahlung anbietet. Besteht ein Verkäufer auf Vorkasse per Überweisung: Finger weg! Zahlreiche positive Bewertungen anderer Käufer sind nur bedingter Ausweis der Vertrauenswürdigkeit.

  4. Der Bitkom empfiehlt als vierte goldene Regel, jeden Schritt des Einkaufes mit Screenshots oder Ausdrucken der einzelnen Bestellschritte und der AGS zu dokumentieren. Im Falle einer Rechtsstreitigkeit hat man alle nötigen Beweismittel so zur Hand.

  5. Wenn die Ware nach Lieferung nicht hält, was sie versprochen hat, dann kann der Käufer sie – auch ohne Angabe von Gründen – innerhalb von zwei Wochen nach Erhalt gemäß Fernabsatzgesetz an den Verkäufer zurücksenden. Dieser muss den Kaufpreis in voller Höhe erstatten. Sind die vier anderen goldenen Regeln des Bitkom eingehalten, sollte auch der fünfte Punkt ohne Probleme zu erfüllen sein.

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