913684

Gute Aussichten für Apple

18.07.2003 | 11:55 Uhr |

Verliert Apple im Kerngeschäft? Eine in den USA vorgestellte Studie behauptet, nein. Im Gegenteil sei der Mac unter Kreativen beliebter als je zuvor. Und: Die Branche will wieder investieren

Gute Stimmung bei Apple: Nach Veröffentlichung der Quartalszahlen diese Woche stieg der Aktienkurs, insgesamt bescheinigen Analysten dem Mac-Hersteller eine gute Arbeit. Allerdings, sieht man sich die Zahlen genauer an, zeigen sie auch bedenkliche Ergebnisse. In Apples Kernbereich, den professionellen Anwendern mit hohem Bedarf an Rechenpower, gingen die Absatzzahlen stark zurück. Schleppende G4-Verkäufe sind denn auch für viele ein Indiz, dass Apple bei den Kreativen stark :an Boden verloren hat .
Stimmt nicht, behauptet nun eine amerikanische Studie, die sich speziell mit Freud und Leid der Kreativbranche befasst. Durchgeführt hat die Studie die Marktforschungsgesellschaft Trendwatch Graphic Arts, die seit 1995 Trends im grafischen Gewerbe erforscht. In insgesamt drei Umfragen unter Grafikdesignern, Publishern und Internet-Designern fanden die Forscher heraus, dass eine große Mehrheit (82 Prozent) in Design und Produktion nach wie vor auf den Mac setzt. Von diesen planen 56 Prozent Investitionen in neue Rechner - ein großes Potenzial für den Power Mac G5. Ob diese Firmen tatsächlich investieren, hängt aber von der Stimmung im Markt ab. Auch hier zeigen sich aber deutliche Aufwärtsbewegungen. So bezeichnen 68 Prozent der Publisher ihr Geschäft in den letzten 12 Monaten als "gut", eine Verbesserung um über 60 Prozent gegenüber einem halben Jahr zuvor. Und 91 Prozent erwarten, dass sich ihr Geschäft in den nächsten 12 Monaten verbessern oder zumindest gleich bleieben wird.
Einige Ergebnisse der Studie sollten Apple aber auch zu denken geben: Beim Internet-Design, einst eine Mac-Domäne, dominiert Windows mit 92 Prozent, der Mac erreicht einen Anteil von gerade mal 22 Prozent. Und besonders hinterher sind die Designer, wenn es um den Umstieg auf Mac-OS X geht. Gerade mal 17 Prozent geben an, mit dem neuen Mac-Betriebssystem zu arbeiten.
Zu den größten Herausforderungen in der nächsten Zeit befragt, nennen zwischen 66 (Internet-Designer) und 79 (Design und Produktion) Prozent die wirtschaftliche Lage als die größte Herausforderung, gefolgt von 56 Prozent der Designer, die hier die technologische Entwicklung nennen. Als wichtigsten Trend macht die Umfrage seit zwei Jahren die medienübergreifende Produktion aus - und gibt nicht nur Apple einen guten Rat mit auf den Weg: "Die Notwendigkeit, medienübergreifend zu produzieren, ist entscheidend dafür, in welche Software investiert und welche Plattform verwendet wird."
Weitere Informationen zur Umfrage gibt es hier

0 Kommentare zu diesem Artikel
913684