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Gute Jobchancen für IT-Experten

22.11.2007 | 00:00 Uhr |

Die Jobchancen für IT-Experten sind derzeit günstig. Die Branche sucht nach qualifizierten Mitarbeitern. Studienanfänger sollten sich davon jedoch nicht zu sehr leiten lassen.

Wenn im März die CeBIT ihre Pforten öffnet, beginnt nicht nur die weltgrößte Leistungsschau für Informations- und Telekommunikationstechniken. Die Messe versteht sich auch als die größte Stellenbörse für den wachsenden IT-Arbeitsmarkt. An den Ausstellungsständen oder über einen zentralen «Job & Career Market» können hier Hochschulabsolventen und erfahrene Spezialisten Kontakte mit potenziellen Arbeitgebern knüpfen.

Die Zahl der Unternehmen, die sich an der Jobbörse beteiligen, liegt erneut über dem Vorjahresstand, sagt CeBIT-Pressesprecherin Katharina Siebert. Doch nicht nur hier wächst das Interesse an qualifiziertem Personal. Der IT-Arbeitsmarkt nimmt insgesamt zunehmend Fahrt auf.

«Erfreulich» nennt Bernhard Hohn von der Zentralstelle für Arbeitsvermittlung (ZAV) in Bonn die Entwicklung des IT-Stellenmarktes. Zwar erreichten die Zahlen noch nicht den Stand des Jahres 2000, pendelten sich aber auf einem hohen und zugleich «gesunden» Niveau ein. Besonders gefragt waren nach Angaben der ZAV Spezialisten für Vertrieb und Beratung von IT-Dienstleistungen. Fachleute für die Programmierung oder Anpassung von Anwendungssoftware waren ebenfalls sehr begehrt.

Maurice Shahd vom Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien (BITKOM) in Berlin sieht im Informatikbereich sogar einen «Fachkräftemangel». Die Branche habe vergangenes Jahr 10.000 Stellen zusätzlich besetzt. Die Zahl der arbeitslosen Datenverarbeitungsfachleute sei im Zeitraum von Januar 2005 bis November 2006 um 40 Prozent auf 38 000 gesunken. Bezogen auf die quer durch alle Branchen beschäftigten rund 1,5 Millionen IT-Fachleute könne man in diesem Arbeitsmarktsegment beinahe von Vollbeschäftigung sprechen. «Besser können die Jobaussichten gar nicht sein», resümiert Shahd.

Die stärkste Nachfrage ging nach Angaben des BITKOM von Software-Häusern und IT-Dienstleistern aus. Hardware-Hersteller hingegen offerierten deutlich weniger Jobangebote. Michael Schanz vom Verband der Elektrotechnik, Elektronik und Informationstechnik (VDE) sieht jedoch auch bei den Elektroingenieuren und Informationstechnikern einen «leergefegten Arbeitsmarkt».

Ein Rückgang des Fachkräftemangels ist nach Angaben von Shahd vorerst nicht zu erwarten. Laut BITKOM entsteht ein jährlicher Bedarf von 20.000 zusätzlichen IT-Experten. Die Zahl der Studienanfänger in den einschlägigen Fächern habe sich zwar bei rund 30.000 eingependelt. Die Abbrecherquote sei aber sehr hoch. Es sei daher zu befürchten, dass die Schere von Bedarf und Angebot weiter auseinander geht.    Ein Informatikstudium sei in jedem Fall zu empfehlen, sagt Shahd - vor allem in der Verbindung mit wirtschaftlichen Inhalten. Ackermann rechnet jedoch auch in fünf Jahren noch mit einem Mangel an Datenverarbeitungsfachleuten. «Der Trend hält an und wird sich eher noch verstärken», glaubt auch Roggenbuck. Die ZAV hingegen rät dringend, die Wahl des Studiums nicht von unsicheren Prognosen abhängig zu machen. Die aktuellen Arbeitsmarktzahlen sagten wenig über zukünftige Berufschancen aus. Vielmehr solle man seine Entscheidung nach Neigung und Talent treffen, sagt Hohn. «Es reicht oft, die richtige Nische gefunden zu haben.» (dpa)

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