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HP begräbt WebOS und will PC-Sparte ausgliedern

19.08.2011 | 07:09 Uhr |

Der weltweit größte Computerhersteller Hewlett-Packard (HP) hat angekündigt, alle Produkte mit dem iOS-Konkurrenten WebOS vom Markt zu nehmen und seine PC-Sparte auszugliedern.

HP wird das Geschäft mit WebOS komplett einstellen. Der Konzern hatte diese Sparte gerade erst im Jahr 2010 mit dem PDA-Hersteller Palm für 1,2 Milliarden US-Dollar übernommen. Betroffen sind nicht nur die Smartphones PalmPre, sondern auch das Tablet HP Touchpad , das gerade erst erschienen ist. HP will aber prüfen, wie der Wert der WebOS-Software in Zukunft zu optimieren sei - was das auch immer heißen mag.

HP hat seine Pläne nach Bekanntgabe der Bilanz für das letzte Quartal öffentlich gemacht. Im Zeitraum April bis Juni 2011 hat HP 31,2 Milliarden US-Dollar eingenommen, leicht mehr als die 30,7 Milliarden US-Dollar aus dem Vorjahr.

Die HP Personal Systems Group , die für das PC-, Tablet- und Smartphone-Geschäft zuständig ist, hat die geringste Marge ausgewiesen und dabei ein Drittel der Umsätze eingefahren. Das Geschäft mit PCs fluktuiert laut dem Analysten Charles King von Pund-IT weit stärker als jenes mit Business-Software, Services und Servern, da es von saisonalen Schwankungen und Kauftrends abhänge. Wenn HP das PC-Geschäft ausgliedere, könne das Unternehmen volatile Finanzzahlen isolieren sich auf stabilere Geschäfte mit höherer Marge konzentrieren, erklärt King.

HP hat noch keinen detaillierten Plan, sondern spielt nach eigenen Angaben mehrere Szenarien durch. Darunter seien auch eine teilweise oder vollständige Trennung vom Unternehmen. In diesem Falle würde HP dem Beispiel IBM folgen, das seine PC-Sparte im Jahr 2005 an den chinesischen Hersteller Lenovo abgestoßen hat. Den PC-Markt unter Druck gesetzt hat in den letzten Jahren vor allen Dingen Apple und sein Erfolg mit dem iPad. Dieses ist so beliebt, dass Apple-CEO Steve Jobs im März dieses Jahres bereits die " Post-PC-Ära " ausgerufen hat.

HPs Margen im PC-Geschäft sind jedoch schon seit mehreren Jahren gesunken, der Analyst Roger Kay sieht die Strategie der ehemaligen HP-Chefin Carly Fiorina nun endgültig gescheitert. Fiorina hat im Jahr 2001 für 25 Milliarden US-Dollar den Hersteller Compaq gekauft und einen integrierten Ansatz verfolgt.

Der heutige HP-Chef Leo Apotheker will sich nun auf Business-Software konzentrieren, HP hat angekündigt, den Hersteller von Analyse-Software Autonomy zu übernehmen. Autonomy bietet Unternehmenslösungen für Suche und Datenanalyse und machte im Jahr 2010 einen Umsatz von 870 Millionen US-Dollar.

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