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HP erklärt sich im Druckerskandal mit fremden Tintenpatronen

29.09.2016 | 13:13 Uhr |

Der Druckerhersteller erklärt die Hintergründe und verspricht ein baldiges neues Firmware-Update.

Seit dem 13. September ließen sich bei vielen Druckern von HP keine Tintenpatronen von Drittherstellern mehr nutzen. Dies war einer bestimmten Version der Firmware geschuldet, die der Hersteller automatisch über die Internetverbindung aufgespielt hatte – wir berichteten .

Nun nahm HP zu unserem Bericht Stellung und verteidigt darin zunächst seine umstrittene Aktion als "Maßnahme für die Sicherheit", um die Nutzer vor gefälschten Druckerpatronen oder Cartridges von Drittherstellern zu schützen, die nicht den Original HP-Securitychip enthalten und zudem das geistige Eigentum des Herstellers verletzten. HP macht sich demnach vor allem Sorgen um die Sicherheit und Qualität der Drucker für seine Kunden. Worin die Sicherheitsrisiken bestehen könnten, wird nicht näher ausgeführt. Nach wie vor bezieht sich HP auf ein "kürzliches" Firmware-Update, das ein "dynamisches Sicherheitsmerkmal" in die Drucker einspeise. Dadurch würden auch manche nachgebauten Tintenpatronen nicht mehr funktionieren, die dies vorher noch klaglos taten. Berichte zeigen aber, dass diese fragliche Firmware-Version schon vor längerem und in manchen Fällen schon beim Kauf des Druckers eingespeist war.

HP räumt nun ein, dass man diesen Prozess zur Authentifizierung der eingesetzten Tintenpatronen mit den Kunden besser hätte kommunizieren sollen und entschuldigt sich dafür. Es sei nur eine kleine Zahl von Nutzern betroffen gewesen – doch auch ein Kunde mit einer nachteiligen Erfahrung sei einer zu viel, so der Hersteller.

Alle Tintenpatronen von Drittherstellern, die den originalen HP-Securitychip eingebaut haben, würden weiterhin ordnungsgemäß funktionieren. Im Übrigen aber, um den Schaden für die Kunden wieder gut zu machen, stellt HP ein baldiges neues Firmware-Update in Aussicht, welches das "dynamische Sicherheitsmerkmal" entfernen soll. Dies dürfte innerhalb von zwei Wochen fertig sein. In der Zwischenzeit können sich Kunden auch unter dieser eigens eingerichteten E-Mail-Adresse print-hpi@hp.com an das Supportcenter von HP wenden.

Kommentar: Keine Frage, aus Sicht der Kunden ist dies ein Zugeständnis und ein Gewinn. Zukünftig sollten Hersteller solche "dynamischen Sicherheitsmerkmale" für ihre Produkte nicht nur rechtzeitig und offen kommunizieren, sondern ein entsprechendes Update auch nicht zwangsweise installieren, sondern den Nutzern selbst bei voller Information über die möglichen Folgen die Wahl lassen. Diese haben schließlich ein Produkt erworben, über das sie anschließend frei verfügen sollen dürfen. Dies betrifft selbstverständlich auch die Drittmittel, die sie für dessen Betrieb erwerben und verwenden wollen.

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