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Hacker freuen sich auf iPhone

16.01.2007 | 13:14 Uhr |

Nicht nur zahlungskräftige Kunden, sondern auch Hacker freuen sich schon auf die für Juni geplante Markteinführung von Apples iPhone.

iPhone in Macwelt-TV
Vergrößern iPhone in Macwelt-TV

Schon wenige Stunden nach der Vorstellung des telefonierenden iPods vor einer Woche drehten sich in einschlägigen Foren die ersten Diskussionen um Prozessoren und Sicherheitslücken. So fragten sich Teilnehmer der Dailydave discussion list , ob Apples Telefon tatsächlich auf ARM-Chips liefe und welche Programmierkits für iPhone-Software notwendig wären. Der Experte für Reverse-Engineering Havlar Flake hat jedenfalls Zweifel daran, dass das iPhone auf einem x86-Chip liefe.

In den Startlöchern stehen auch die hinter der Aktion "Month of the Apple Bug" stehenden Hacker. In einem E-Mail-Interview mit unseren Kollegen von Macworld drückte LMH seine Freude aus, sich mit dem iPhone zu beschäftigen. "Falls es wirklich Mac-OS X einsetzt, dann bringt es mit Sicherheit Sicherheitslücken mit." Angriffspunkte sieht LMH etwa bei der drahtlosen Verbindung, Malware ließe sich "in einem größeren Rahmen" über das Telfon verbreiten. "Man stelle sich nur einmal Bonjour vor, und all die Funktionen von Mac-OS X, in einem mobilen Gerät konzentriert, das auf drahtlosen Internetzugang setzt." LMH räumt jedoch ein, dass er bisher nur spekulieren könne, solange Apple keine technischen Spezifikationen veröffentlicht habe.

Auch David Maynor von Errata Security, der im vergangenen Jahr ein Macbook über die WLAN-Karte eines Drittherstellers öffentlich hackte, kann das iPhone "kaum erwarten". Das iPhone werde neu und relativ ungetestet sein, zudem ein bekanntes Betriebssystem einsetzen: "Ich denke, man wird leicht Sicherheitslücken darin entdecken."

Werde das iPhone so populär wie der iPod, könne dies auch Auswirkungen auf die Sicherheit der Desktop-Fassung von Mac-OS X haben, fürchtet der Experte von Kaspersky Labs Roel Schouwenberg . Wenn kaum jemand das iPhone kaufe und einsetze, werde es für Hacker nicht interessant. Bei weiter Verbreiteung des iPhone würden sich Malware-Autoren jedoch nicht nur mit dem Smartphone im Speziellen, sondern auch im Mac-OS X im Allgemeinen beschäftigen.

Auf die Diskussionen hat Apple bereits reagiert. Havlar Flake, der wissen wollte, wie man Software für das iPhone schreibt, hat von Apple in der Diskussion bei Dailydave Antwort erhalten. "Wenn du da wirklich wissen willst, dann bewerbe sich auf den Posten als Sicherheitsingenieur, den wir ausgeschrieben haben. Das ist Arbeit direkt am Kern von Mac-OS X," lässt der Personalmanager Simon Cooper aus Cupertino wissen.

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