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Hackergriff auf Bundestag schlimmer als erwartet

20.05.2015 | 13:12 Uhr |

Der vor wenigen Tagen entdeckte Hackerangriff auf den Deutschen Bundestag ist offensichtlich schlimmer als zunächst gedacht. Die Angreifer konnten sich im Netzwerk frei bewegen und Rechner von Regierungsmitgliedern angreifen.

Der vor wenigen Tagen entdeckte Hacker-Angriff gegen Rechner des Bundestags ist offenbar gravierender als zunächst angenommen, wie Spiegel Online berichtet. Denn die Hacker haben offenbar auch versucht die Bundestagsrechner von Regierungsmitgliedern mit Trojanern zu verseuchen. Wie Spiegel Online aus Parlamentskreisen erfahren haben will, würden Sicherheits-Experten derzeit überprüfen, ob auch das Bundestagsbüro von Bundeskanzlerin Angela Merkel ein Ziel des Hackerangriffs wurde.

Zur Identität der Hacker liegen noch keine neuen Erkenntnisse vor, die letzte Mitteilung des BSI datiert vom 15. Mai und bestätigt nur, dass das BSI den Vorfall analysiere. Diese noch andauernde Analyse lieferte aber bereits die Erkenntnis, dass die Hacker spätestens seit Anfang Mai mit einem Trojaner zunächst Dienstrechner von einigen Bundestagsfraktionen – die Rede ist von der Fraktion der Partei „Die Linke“ sowie von der Partei „die Grünen“ - infizierten. Dabei erbeuteten sie die Administratoren-Passwörter, mit deren Hilfe die Angreifer dann weiter in das interne Parlamentsnetz vordringen konnten. Dort sollen sich die Angreifer dann relativ frei bewegt haben. Mit dem Ziel möglichst große Datenmengen abzugreifen.

Ob das gelang und ob tatsächlich auch vertrauliche Daten in die Hände der Angreifer fielen, ist noch unbekannt. Bis heute konnten Sicherheits-Experten noch nicht alle infizierten Rechnern aufspüren. Unter Umständen müssen sogar „weite Teile der Bundestags-IT komplett neu konfiguriert werden“, wie der Spiegel schreibt.

Laut den Berichten in der "Welt" vom 16.03.2014 waren es rund fünf Tausend Rechner im Bundestag, die nicht rechtzeitig vom veralteten Betriebssystem Windows XP migriert werden konnten. Auch nach April 2014, seit dem Support-Ende von Microsoft, hat es im Bundestag noch gedauert, bis die IT-Abteilung entweder die Rechner austauschte oder das neue System installierte. Im Dezember 2014 hat die Handelsblatt herausgefunden, dass der Umstieg von dem ungeschützten System immer noch nicht abgeschlossen war. So zahlte der Bundestag bis mindestens Januar 2015 die zusätzlichen 119.000 Euro für die Support-Verlängerung bei Microsoft. Laut einem Pressesprechers der Bundestags auf die Anfrage der Redaktion ist der Umstieg vom veralteten System bereits im Januar 2015 abgeschlossen, momentan sind keine Rechner mit Windows XP mehr im Betrieb.

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