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IT-Branche mit mangelhafter Innovationsstrategie

08.06.2006 | 09:40 Uhr |

Deutsche IT- und High-Tech-Unternehmen rangieren hinsichtlich ihres Innovationserfolges deutlich hinter anderen Branchen. Vor allem in der Netzwerkkompetenz und dem brancheninternen Austausch gibt es Defizite, während die detaillierte Planung von innovativen Projekten eine Stärke der Branche ist. Zu diesem Ergebnis kommt die Studie "Excellence of Innovation in German Industries (EIGI)" der Unternehmensberatung Galileo Consulting Group.

Innovationserfolg im Branchenvergleich.
Vergrößern Innovationserfolg im Branchenvergleich.

Aus einem breiten Spektrum von subjektiven und objektiven Fragen zum Innovationserfolg wurden kombinierte Erfolgsmaße zu Produkt-, Prozess- und Geschäftsmodellinnovationen abgeleitet. Diese Einflussgrößen korrelieren mit dem Unternehmensgewinn und der Umsatzentwicklung. An der Spitze dominiert in allen drei Innovationsbereichen der Handel. Dagegen liegen die High-Tech-Unternehmen bei diesen Innovationen im hinteren Feld aller untersuchten Branchen. Die Studie leitet daraus insgesamt sieben Faktoren ab, die sich positiv auf den gesamten Innovationserfolg auswirken.

So haben eine klar formulierte Innovationsstrategie, das Ziel der Innovationsführerschaft sowie die Risikobereitschaft einen spürbaren Effekt auf Produktinnovationen. Beim Faktor "Prägnanz der Innovationsstrategie" schneidet die High-Tech-Branche überdurchschnittlich gut ab. Diese Punkte müssten im Unternehmen jedoch nicht nur umgesetzt, sondern auch aktiv gelebt werden.

Kompetenzen im Management von firmenübergreifenden Netzwerken ist laut Studie ein zweiter innovativer Erfolgsfaktor. Das führt dazu, dass eigene Ressourcen und Fähigkeiten eng mit denen von Partnerunternehmen verbunden sind. Unverzichtbar sind dabei langfristiges Denken und Zuverlässigkeit. Von 14 untersuchten Branchen landet die High-Tech-Industrie hier auf Platz neun.

Wesentlich stärker sind High-Tech-Unternehmen darin, detaillierte Pläne für Innovationsprojekte zu erstellen und in exakt definierte Phasen aufzuteilen. Dabei kommt dem Prozess-Controlling eine entscheidende Rolle zu. Eine genaue Planung und Entwicklungsfreiräume schließen sich jedoch nicht aus, betont die Studie.

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