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CTIA klagt gegen Gesetz zur Ausweisung von Handy-Strahlung

26.07.2010 | 07:07 Uhr |

Die Interessengruppe für drahtlose Kommunikation befürchtet, dass jeder Bundesstaat nun eigene Grenzwerte festsetzen wird und die USA-weiten Richtlinien der FCC als unsicher untergraben werden.

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CTIA, eine US-Interessengruppe für drahtlose Kommunikation, hat am letzten Freitag gegen eine Anordnung der Stadt San Francisco im letzten Monat geklagt, wonach jeder Handy-Hersteller die spezifische Absorptionsrate (SAR) seiner Modelle angeben muss. Die Ausweisung der elektromagnetischen Strahlenbelastung für den Handy-Anwender war bisher freiwillig; als Grenze gilt in Deutschland ein SAR-Wert von maximal zwei Watt pro Kilogramm Körpergewicht. In den USA bestimmt die US-Kommunikationsbehörde FCC den zulässigen Höchstwert.

CTIA behauptet nun in der Klage, dass die Anordnung sich unrechtmäßig in den Aufgabenbereich der FCC einmischt und somit der Bundesstaat der US-Behörde die Vorgaben diktiert. Außerdem sei "die Anordnung eine Kritik, dass die durch FCC gesetzten Werte offensichtlich nicht sicher genug für den Anwender sind. Letztendlich erschwert eine Bundesstaat-Anordnung den Mobiltelefon-Handel, da je nach Verkaufsort dann verschiedenen Grenzwerte, Warnungen und Aufkleber erforderlich werden.", beschreibt die Anklage, die beim US-Bezirksgericht in Nord-Kalifornien eingereicht wurde.

Gavin Newsom , der Bürgermeister von San Francisco, hält dagegen, dass jeder Kunde ein Anrecht auf die Information der SAR-Werte hat, um darauf seine Kaufentscheidung basieren zu können. Schließlich fordere die US-Regierung die SAR-Werte aller Modelle an und der Endkunde sollte Zugang zur gleichen Information haben. Er hofft, dass sich die Anzeige der elektromagnetischen Strahlungswerte für die Hersteller ein Ansporn ist, mit neuen Modellen deutlich dem zulässigen SAR-Höchstwert zu liegen und nicht einfach nur in den Grenzwert einzuhalten.

Im Gegenzug hat die CTIA nun gedroht, seine jährliche Fachmessen nicht mehr in San Francisco abzuhalten. Newsom war am Freitag nicht für eine Stellungsnahme erreichbar.

Die SAR-Werte von Handys sind in den letzten Monaten zunehmend in das Blickfeld von öffentlichem Interesse geraten. So hatte Anfang Juli Dennis Kucinich, ein Mitglied des US-Kongresses aus Ohio, Pläne für Gesetzesänderungen angekündigt, die ähnlich wie bei Zigaretten Warnhinweise für Gesundheitsrisiken durch Handys erfordern wollen.

Das Bundesamt für Strahlenschutz hat die Liste mit den SAR-Werten aller in Deutschland gängigen Handys zuletzt Anfang Juli 2010 aktualisiert.

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