887366

Hewlett-Packard baut in Deutschland 300 Stellen ab

18.09.2001 | 00:00 Uhr |

Der Computerkonzern Hewlett-Packard (HP) will in den nächsten Monaten in Deutschland 300 Stellen abbauen. Über ein freiwilliges Programm für Altersteilzeit, Stellenwechsel und Abfindungen sollen Entlassungen verhindert werden, sagte der Vorsitzende der Geschäftsführung von HP Deutschland, Heribert Schmitz, am Dienstag in einem dpa-Gespräch. Deutschland sei damit von dem im Juli angekündigten konzernweiten Abbau von 6000 Jobs weniger stark betroffen als andere Töchter. Wie viele weitere Arbeitsplätze die geplante Fusion mit dem Computer-Hersteller Compaq kostet, sei derzeit noch nicht abzusehen, sagte Schmitz. HP beschäftigt in Deutschland rund 6000 Mitarbeiter.

Durch den Ausbau des Service-Geschäfts rechnet HP netto in diesem Jahr mit 150 bis 200 weniger Stellen als zuvor. Der von den Gewerkschaften scharf kritisierte Gehalts- und Urlaubsverzicht solle nach Ablauf der Maßnahme Ende Oktober nicht fortgesetzt werden. HP hatte dazu vor Bekanntgabe des Stellenabbaus aufgerufen. «Vom Timing her war das sicherlich nicht ganz glücklich», gestand Schmitz. Allerdings seien so in Deutschland kurzfristig 15 Millionen DM eingespart worden. HP-Gesamtbetriebsratschef Ulrich Oechsle wertete als positiv, dass betriebsbedingte Kündigungen verhindert werden könnten. Konzernchefin Carly Fiorina hatte angekündigt, dass weltweit zusätzlich 15 000 Jobs abgebaut würden. Schmitz sagte, er gehe davon aus, dass die Auswirkungen für Deutschland verkraftbar seien.

Mit einer Zustimmung der Kartellbehörden für die HP/Compaq-Fusion könne frühestens in sechs Monaten gerechnet werden, sagte Schmitz. «In dieser Zeit werden wir weiterhin als Wettbewerber im Markt auftreten.» Die Übergangszeit sei eine kritische Phase für beide Unternehmen. Im laufenden Geschäftsjahr 2000/2001 (31.10.) habe man bisher die Umsätze in Deutschland gerade halten können, sagte Schmitz. «Unser Wachstumsziel werden wir nicht erreichen.» Das Unternehmen hatte im dritten Quartal weltweit einen Umsatzrückgang um 14 Prozent und einen Gewinneinbruch von 89 Prozent verbucht. In Deutschland setzte HP im vergangenen Geschäftsjahr 9,6 Milliarden DM (4,9 Mrd Euro) um. dpa

0 Kommentare zu diesem Artikel
887366