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"Hey, Markus! Party-Bilder vom Wochenende da!"

12.08.2016 | 16:36 Uhr |

Ein menschliches Gefühl lässt alle Sicherheitsbedenken ausschalten – dies hat eine neue Studie der Uni Erlangen bestätigt.

Na, haben Sie auch geklickt, obwohl Sie nicht Markus heißen und vor allem am letzten Wochenende keine Party gefeiert haben? Der Drang, Unbekanntes in Erfahrung zu bringen, einfacher gesagt, die Neugierde, lässt in den meisten Fällen alle Sicherheitsbedenken verschwinden. Das haben Wissenschaftler der Universität Erlangen herausgefunden beziehungsweise bestätigt.

In dieser Studie hat Dr. Zinaida Benenson vom Lehrstuhl für Informatik und ihr Team in zwei Schritten an 1.700 Erlanger Studenten E-Mails und Facebook-Nachrichten unter falschen Namen verschickt. Um Besonderheiten beim Social Engineering herauszufinden, denn das ist nichts anderes als die berühmt-berüchtigte Methode vieler Internet-Verbrecher, haben Benenson und Team in dem ersten Teil der Studie die Testpersonen mit dem Namen angesprochen, im zweiten Teil – den Anlass (Bilder der Silvesterparty) konkretisiert. Anschließend mussten die Probanden einen Fragebogen beantworten. Insgesamt haben aus Neugier 56 Prozent aller E-Mail-Empfänger der Studie den Link geöffnet, bei den Facebook-Empfänger waren es immerhin 40 Prozent. Die beiden Kriterien – persönliche Ansprache und konkreter Anlass – greifen jedoch nicht überall gleich. Wurden die Mail-Empfänger persönlich angesprochen, klickten 56 Prozent auf den Link, bei den Facebook-Nutzern war der Anteil geringer – 38 Prozent. Schickten die Wissenschaftler die Nachricht ohne Ansprache, jedoch mit dem konkreten Anlass, verringerte sich der Anteil der "leichtgläubigen" E-Mail-Empfänger auf 20 Prozent, die Facebook-Nutzer reagierten umgekehrt: 40 Prozent davon klickten auf den Link.

„Das Gesamtergebnis erstaunte uns, haben doch 78 Prozent der Testpersonen im Fragebogen angegeben, sich der Gefahren unbekannter Links bewusst zu sein“, so Benenson. „Und nur 20 Prozent aus der ersten Studie beziehungsweise 16 Prozent aus der zweiten Studien gaben an, auf den Link geklickt zu haben. Die Auswertung der realen Klicks zeigt aber, dass jeweils 45 Prozent beziehungsweise 25 Prozent der Teilnehmenden geklickt haben.“ Die Wissenschaftlerin erklärt den Unterschied damit, dass manche Teilnehmer vergessen haben konnten, auf die Links geklickt zu haben. Was aber auffällt, ist eine gefährliche Selbstsicherheit einer doch relativ jungen und daher internet-affinen Gruppe: Die Mehrheit weißt um die Gefahr der unbekannten Links und Absender, klickt aber trotzdem darauf.

Wie man die Links aus den Mails ohne zu öffnen trotzdem anschauen kann, haben wir in diesem Tipp beschrieben.

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